Handy weg - Probleme weg?

Shownotes

In dieser Folge der Pixelsuppe ist Prof. Dr. Angelika Beranek zu Gast. Die Professorin an der Hochschule München beschäftigt sich mit Medienpädagogik, Digitalisierung, Künstlicher Intelligenz und Sozialer Arbeit. Gemeinsam sprechen wir darüber, wie digitale Medien unseren Alltag und unsere Gesellschaft verändern – und warum einfache Verbote oft keine einfachen Lösungen sind. Angelika erzählt, wie ihre eigene Begeisterung für digitale Medien begann und warum sie bis heute neugierig auf neue Technologien ist. Besonders interessiert sie dabei nicht nur, wie Technik funktioniert, sondern was sie mit Menschen und Gesellschaft macht. Ein Schwerpunkt der Folge ist die aktuelle Diskussion um Social-Media-Verbote für Kinder und Jugendliche. Angelika sieht durchaus Handlungsbedarf, hält pauschale Verbote aber für problematisch. Statt die Verantwortung vor allem bei Kindern und Familien abzuladen, müssten Plattformanbieter und deren Geschäftsmodelle stärker in den Blick genommen werden. Gleichzeitig warnt sie davor, dass Alterskontrollen und digitale Identitätsnachweise neue Probleme schaffen können – etwa für Anonymität, Onlineberatung oder ältere Menschen. Auch die Erfahrungen aus Australien kommen zur Sprache. Sie zeigen, wie schwierig Altersverifikation tatsächlich ist und wie schnell Jugendliche auf andere Angebote ausweichen können. Ein besonders interessanter Gedanke: Wir erwarten von der digitalen Welt eine Sicherheit, die wir in der analogen Welt gar nicht voraussetzen. Kinder können sich auch offline verletzen – dort haben wir allerdings Strukturen, die im Notfall helfen. Angelika stellt deshalb die Frage: Was ist eigentlich der „digitale Krankenwagen“, wenn Kindern online etwas passiert? Natürlich geht es auch um Eltern und Medienerziehung. Angelika spricht dabei nicht nur als Wissenschaftlerin, sondern auch als Mutter. Ihre zentrale Botschaft: Regeln und Grenzen sind wichtig, aber noch wichtiger ist die Beziehung zum Kind. Eltern sollten Interesse zeigen, miteinander sprechen und auch die eigene Mediennutzung kritisch hinterfragen. Außerdem sprechen wir über KI und Chatbots, Medienkompetenz in Schulen und darüber, warum Kinder und Jugendliche erwachsene Ansprechpartner brauchen, die ihre digitale Lebenswelt ernst nehmen, anstatt sie sofort zu verurteilen. Zum Abschluss wird Angelika kurzerhand zur Bildungsministerin und darf drei Dinge verändern. Eine ihrer Ideen: Medien- und Lebenskompetenz stärker in der Schule verankern und auch Lehrkräfte entsprechend fortbilden. Eine Folge über TikTok, KI, Bildschirmzeit, Verbote und Eltern am Smartphone – vor allem aber über die Frage: Wie bereiten wir Kinder auf eine digitale Welt vor, ohne ihnen diese Welt einfach wegzunehmen?

Prof. Dr. Angelika Beranek https://medienpaedagogik-bayern.com

Nyzzu - Social Media Plattform für Kinder und Jugendliche https://www.nyzzu.com

Und es wird wieder gerührt. Eine neue Pixelsuppe.

Heute: Handy weg, Probleme weg? Wir sprechen gemeinsam mit Professorin Dr. Angelika Beranek über Social-Media-Verbote, Medienkompetenz und KI. Es wird wirklich sehr spannend und es gibt viele Tipps von Angelika. Hört unbedingt rein. Viel Spaß!

„Aber ich bin ja auch Sozialwissenschaftlerin. Deswegen interessiert mich natürlich das Soziale: Was macht das mit der Gesellschaft? Was macht das mit den Menschen? Wie wird das genutzt? Wie wirkt es auf Menschen? Wie kann man es positiv nutzen, um Gesellschaften besser zu machen?

Wenn einem offline etwas passiert, kommt halt der Krankenwagen. Was passiert, wenn mir online etwas passiert? Da haben wir nicht die passende Infrastruktur, dass man wirklich sagt: Da wird dir jetzt wirklich geholfen.“

Herzlich willkommen zu einer neuen Folge der Pixelsuppe.

Heute haben wir eine Gästin, die ich seit mehreren Jahren kenne. Am Anfang haben wir uns noch öfter wirklich direkt gesehen, mittlerweile eher digital. Oder wenn man mal irgendwas von der GMK liest und dann „Professorin Beranek“ sieht, weiß ich: Du bist dabei.

Ich habe es schon gesagt: Sie ist Professorin an der Hochschule München. Sie beschäftigt sich mit Medienpädagogik, Digitalisierung, künstlicher Intelligenz und Sozialer Arbeit. Darüber hinaus engagiert sie sich seit vielen Jahren in der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur, der GMK, und bringt ihre Expertise regelmäßig in gesellschaftliche und politische Debatten ein.

Das finden wir natürlich super spannend, weil das genau unser Thema ist. Wir hatten viele dieser Themen, über die wir heute sprechen werden, schon öfter – aber noch nicht mit dieser Expertise.

Angelika kennt das Thema nicht nur aus Forschung und Lehre. Und ich hoffe, das ist auch okay für dich, dass wir das ein bisschen mit dem Thema Familie koppeln. Das macht es, glaube ich, für uns auch spannend. Denn es gibt viele Theorien – aber setzt man die dann auch selbst um?

Das kennen wir auch aus unseren Medienworkshops. Wir müssen immer wieder sagen: Wir sind nicht unfehlbar. Wir machen auch Fehler.

Dadurch verbindest du wissenschaftliche Erkenntnisse mit ganz praktischen Erfahrungen. Also, liebe Angelika, schön, dass du da bist und mit uns ein bisschen über die digitale Welt reden möchtest.

Wir haben es eben schon gehört: Angelika beschäftigt sich seit vielen Jahren mit digitalen Themen. Was fasziniert dich daran bis heute? Viele sind inzwischen, glaube ich, echt genervt von dieser digitalen Welt. Es gibt ja sogar Rückwärtstrends, dass Menschen wieder zu einfachen Handys zurückgehen, zu diesen alten Nokia-Teilen.

Was fasziniert dich immer noch daran? Oder was hat dich überhaupt dazu gebracht, in diese Welt hineinzuspringen? Erzähl doch mal ein bisschen von dir und davon, was dich fasziniert.

Ja, digitale Medien haben mich irgendwie schon immer gepackt. Ich hatte für damalige Zeiten relativ früh Kontakt mit digitalen Medien, weil meine Eltern sich damals – da war ich so 14, 15 – einen Computer gekauft haben. Und zwar hauptsächlich für ihre Mädels, weil sie gesagt haben: Die Mädels sollen auch irgendwie etwas mit Technik zu tun haben.

Mein Papa hat sich dafür interessiert. Dementsprechend hatten wir dann zu Hause einen Computer. Ein Arbeitskollege meines Vaters kam und hat uns den eingerichtet, war ein paar Mal da und hat uns ein paar Sachen gezeigt.

Das war irgendwie etwas ganz anderes als alles, was ich bis dahin kannte. Ich komme vom Land, aus einem 300-Einwohner-Ort, mit damals mehr Kühen als Menschen. Und dann kam da plötzlich dieser Computer und das erste Computerspiel, das er mitgebracht hatte.

Dementsprechend habe ich mich sehr intensiv damit auseinandergesetzt.

Was ich später sehr merkwürdig fand, waren diese Handys. Ich dachte: Ich will eigentlich nicht die ganze Zeit erreichbar sein. Das fand ich echt blöd und habe mich lange dagegen gesperrt.

Mein erstes Mobiltelefon habe ich erst bekommen, als ich studiert habe und es im Studentenwohnheim einfach keinen Festnetzanschluss gab. Da gab es noch einen Münzfernsprecher. Das war das Einzige.

Meine Eltern wollten natürlich trotzdem ein bisschen wissen, wo ich bin und wie es mir geht. Und nachdem ich nicht mehr zu Hause war und sie den Rechner und das Internet nicht so gut bis gar nicht bedienen konnten, brauchten wir andere Wege, um miteinander zu kommunizieren.

Es gab damals auch schon Online-Communities, die heute wahrscheinlich kein Mensch mehr kennt. Uboot zum Beispiel gab es mal. Eines der frühen sozialen Netzwerke. Die haben kostenlose Dinge verschickt. Man hatte Aufkleber und eine Art Online-Kalender, der einen per SMS an Termine erinnert hat. Das fand ich superwitzig.

Und dann eben das interne Netzwerk, das wir im Studentenwohnheim hatten, wo wir miteinander gezockt und Sachen geteilt haben. Das war so ein bisschen mein Einstieg.

Ich hatte mir damals tatsächlich überlegt, ob ich Informatik studiere. Ich habe es mir aber nicht zugetraut, weil ich aus einem Elternhaus komme, das man wahrscheinlich als bildungsfern bezeichnen würde. Studieren war ohnehin schon ein riesiger Schritt.

Das Einzige, was ich persönlich kannte, war ein Sozialarbeiter. Und dann war da dieser Gedanke: Okay, die sind nett. Das ist irgendwie ganz nett, was die machen. Wir haben im Jugendzentrum mit der Band geprobt, offene Jugendarbeit – das spricht mich an. Das kann ich mir vorstellen.

Und ein bisschen war im Hinterkopf auch: Das kann ja nicht so schwer sein, das kriege ich schon hin.

So bin ich überhaupt zur Sozialen Arbeit gekommen. Als ich mit dem Studium fertig war, war ich zunächst relativ planlos. Ich war aber sehr froh, dass plötzlich dieses Digitale überall Einzug gehalten hat und Leute gesucht wurden, die irgendwie digital und analog können.

Ich finde es schön, dass man im Digitalen mit Menschen kommunizieren kann. Dieses interaktive Erlebnis finde ich sehr schön. Und das hat meine damals wohl schon vorhandene wissenschaftliche Neugier geweckt.

Ich bin von Natur aus sehr neugierig und will wissen, wie alles funktioniert und was da los ist. Das Internet habe ich sehr schnell als Wissensquelle für mich entdeckt.

Schon als Teenager habe ich dort viele Dinge gefunden, zu denen ich sonst überhaupt keinen Zugang gehabt hätte. Wir hatten die örtliche Bibliothek. Da hatte ich mich relativ schnell durchgelesen. Das war es dann so ungefähr an Lebensentwürfen und Ideen, die mir zur Verfügung standen.

Das Internet hat mir ganz neue Welten eröffnet.

Und das ist bis heute so. Wenn ich etwas nicht weiß, befrage ich sofort das Internet, mache Fact-Checking, gucke nach. Und weil ihr vorhin die Familie angesprochen habt: Das bekommen die Kleinen natürlich auch schon mit.

Wenn Fragen kommen wie: „Mama, wenn man alle Menschen auf der Welt aufeinanderstapelt, reichen die dann bis zum Mond?“, dann sage ich: Weiß ich nicht. Gucken wir nach.

Also bist du so eine digitale Abenteurerin? Du hast gesehen: Da tut sich etwas Neues auf – und dann probieren wir es mal aus?

Genau, richtig. Und das ist auch das, was mich heute noch daran festhält und fasziniert. Das bringt mich dazu, den Job, den ich mache, so zu lieben, weil es einfach nicht langweilig wird.

Es gibt ständig etwas Neues zu entdecken. Es gibt eine neue Technologie. Eine Zeit lang war ich tatsächlich ein bisschen frustriert, als alle immer von „diesen neuen Medien“ gesprochen haben und ich gefragt habe: Welche neuen Medien meint ihr denn?

Und dann kam KI – und jetzt geht es mir wieder gut.

Okay, stimmt. Uns wird es nicht langweilig. Wir sind schon gefordert.

Aber wie siehst du das? Durchsteigst du dann alle Technologien? Möchtest du sie bis zum Schluss absolut verstehen? Also KI, Programmieren und so weiter? Oder reicht es dir, wenn du ungefähr weißt, wie es funktioniert?

Das sind mehrere Ebenen. Die Technik dahinter fasziniert mich schon, aber da stoße ich irgendwann auch einfach an meine Grenzen.

Aber ich bin ja auch Sozialwissenschaftlerin. Deswegen interessiert mich natürlich das Soziale: Was macht das mit der Gesellschaft? Was macht das mit den Menschen? Wie wird es genutzt? Wie wirken Dinge auf Menschen? Wie kann man sie positiv nutzen, um Gesellschaften besser zu machen? Wo sind Gefahren? Und wie nutzen sie andere?

Da kommt wieder die Neugier. Ich sage immer, ich arbeite lebensweltorientiert – aber eigentlich bin ich nur neugierig. Ich will wissen: Was bedeuten diese Medien für andere? Was tut ihr damit?

Kann ich voll verstehen. Mir geht es genauso. Ich finde dieses Teil schon echt praktisch.

Früher saß man zum Beispiel vor dem Fernseher und hat etwas gehört und gedacht: „Hey, das habe ich jetzt gar nicht verstanden.“ Aber man ist doch nicht aufgestanden, zum Brockhaus gelaufen und hat nachgeguckt.

Heute liegt das Handy daneben und dann recherchiert man schnell. Oder man sieht einen Film und denkt: Wo spielt der gerade? Wie sieht es da aus?

Es ist schon eine extreme Wissenswelt.

Aber bleibt dieses Wissen auch länger hängen? Wie schätzt du das wissenschaftlich ein? Oder ist es eher „Wissen to go“? Ich habe es kurz – und dann ist es auch schnell wieder weg, weil schon neues Wissen kommt?

Das ist so individuell wie die Menschen an sich.

Ich würde sagen, ich merke mir ziemlich viel, weil ich es ja nur nachgucke, wenn es mich interessiert. Dann merke ich es mir auch. Und dann trage ich wahnsinnig viel Wissen mit mir herum, das ich vielleicht nie wieder brauche.

Andere Sachen vergisst man wieder.

Wichtig ist eher, erst einmal herauszufinden: Ist das, was ich mir da angucke, überhaupt vernünftig? Kann ich dem glauben?

Oder nehme ich die erste KI-Zusammenfassung und denke: Jetzt habe ich Ahnung von dem Thema? Das funktioniert natürlich nicht.

Du hast vorhin gesagt, dass du dein erstes Computerspiel auf dem Computer deiner Eltern gespielt hast. Kannst du dich noch erinnern, welches das war?

Das erste, das ich wirklich intensiv gespielt habe, war „Day of the Tentacle“.

Da musste man Rätsel lösen. Was mich fasziniert hat: Man musste in der Vergangenheit zum Beispiel einen Pullover in den Trockner stecken, um dann in der Zukunft einen Pullover für einen Hamster zu haben. Solche Geschichten.

Das ist ja nett.

Computerspiele sind schon interessante Sachen. Und damit hat man natürlich auch als Mutter irgendwann wieder zu tun.

Du bist ja nicht nur Professorin, sondern auch Mutter. Ist das manchmal schwierig, wenn du etwas empfiehlst und gleichzeitig selbst merkst: Wow, da komme ich jetzt doch an meine Grenzen?

Ich habe drei Kinder und meine beiden Jungs haben natürlich auch immer gezockt. Da war schon oft der Gedanke: Ist das jetzt richtig? Ist das nicht schon wieder zu viel? Wo stehen die gerade?

Dann denkst du: Okay, jetzt sind sie in der Pubertät. Kommen wir noch klar?

Es ist gar nicht so einfach, immer zu wissen: Passt es noch?

Da müssen wir, glaube ich, in zehn Jahren noch einmal darüber reden, weil meine Kleinen jetzt erst fünf werden. Wir sind also noch bei frühkindlicher Medienerziehung und Medienbildung.

Ich muss aber noch einmal anders anfangen. Früher, als ich keine Kinder hatte, habe ich immer argumentiert: Es ist viel besser, keine Kinder zu haben, weil ich dann neutral auf die Dinge gucken kann und nicht ständig alles mit meinen eigenen Erfahrungen verknüpfe und denke, allen anderen Eltern würde es genauso gehen wie mir.

Jetzt als Mutter argumentiere ich natürlich anders und sage: Ich habe voll die Erfahrungen, denn ich habe diese Zwillinge zu Hause. Die sind sehr unterschiedlich – ein Mädchen und ein Junge.

Und ich sehe parallel, wie viel Einfluss der Charakter hat und wie wenig Einfluss Erziehung manchmal hat. Und wie viel Einfluss gerade Entwicklungsphasen haben, die natürlich auch nicht immer gleich verlaufen.

Das eine Kind kann etwas total gut und zwei Wochen später ist es das andere Kind. Es wechselt sich immer ab und nichts ist wirklich vorhersehbar.

Was ich aber sehe: Das, was ich immer erzählt habe, stimmt doch.

Natürlich muss man Grenzen setzen. Aber man muss nicht alles superernst nehmen. Wenn man einmal etwas anders macht, gehen die Kinder nicht sofort kaputt.

Ich weiß manchmal: Ich kaufe mir jetzt Ärger ein. Wenn sie müde sind und noch etwas gucken dürfen, weil ich noch etwas anderes im Kopf habe, das ich unbedingt fertig machen muss, dann weiß ich schon: Danach wird es schwierig, weil die Kinder müde sind.

Dann muss ich selbst abwägen: Ist es mir das gerade wert? Oder kann ich es anders lösen?

Ich finde es vollkommen in Ordnung, Medien auch mal einzusetzen, um sich selbst zu entlasten und zu sagen: Ich brauche gerade diese paar Minuten, um X oder Y fertigzumachen.

Es sollte eben kein ewiges Davor-Parken sein. Dann ist es irgendwann zu viel.

Solange man das mit Verstand macht und mit Blick auf die Kinder – denn die entwickeln sich ständig weiter. Jeden Tag nehmen sie Dinge anders wahr.

Es ist aber auch schön zu sehen, dass sie viel mitnehmen. Wenn man ihnen die richtigen Sachen zeigt, lernen sie aus Kindersendungen Dinge und übernehmen Formulierungen.

Dann denke ich manchmal: Woher wissen die das jetzt schon wieder?

Und dann können sie mir sagen: Das war in der letzten „Anna“-Sendung. Da wurde über bestimmte Tiere gesprochen. Daher wissen wir jetzt, welche Tiere Raubtiere sind.

Ich denke tatsächlich: Erziehung ist wichtig, aber wichtiger als Erziehung ist Beziehung.

Das ist, glaube ich, relevant.

Vor allem, wenn man an das Argument Bildschirmzeit denkt. Ich frage mich immer: Was meint ihr eigentlich mit Bildschirmzeit?

Letztendlich finde ich den Content, also das, was Kinder sehen und tun, viel wichtiger. Das hat doch den größeren Einfluss.

Was habe ich mitgenommen? Was hat mich vielleicht schockiert? Was war schlimm?

Das ist relevanter als die Tatsache, dass ich in meiner Pubertät vielleicht einmal viel mehr gezockt oder Serien geschaut habe.

Und wenn man eine relativ gute Beziehung hat und sich immer wieder austauscht – was ist passiert, was hast du erlebt? –, dann kommt man da, glaube ich, ganz gut durch.

Ja. Und diese exzessiven Phasen sind ja auch normal.

Ich war lange genug in der Jugendarbeit, dass ich sagen kann: Ich habe wahrscheinlich tausend Jugendliche mehr oder weniger miterzogen im Laufe meiner Zeit.

Da haben wir Dinge erlebt, bei denen auch wir als Medienpädagoginnen dachten: Oh Gott, wie kriegen wir diesen Jungen wieder weg vom Rechner? Was können wir noch anbieten?

Und dann hatte er eine Freundin und das war überhaupt kein Thema mehr.

Zack. Problem gelöst.

Genau. Da gehen verschiedene Fenster auf. Dann hat sich das eine erledigt und etwas anderes wird wichtig.

Was mir gerade noch einfällt: Die Politik diskutiert ja darüber, digitale Mediennutzung stärker im Zusammenhang mit Kindeswohl und Erziehung zu betrachten.

Da war letztens die Frage: Was würdest du machen? Du sitzt in der S-Bahn, da ist ein kleines Kind und die Mutter setzt es vor einen Bildschirm. Würdest du einschreiten?

Nein. Ich bin nicht die Polizei und keine Ordnungshüterin. Da bin ich raus.

Ich werde niemals zu jemandem hingehen und sagen: „Hey, guck mal, dein Kind. Das darfst du doch nicht.“

Dafür sind andere zuständig.

Und ich weiß auch nicht, was vorher passiert ist. Vielleicht ist es jemand, der Medien schon reduziert einsetzt und sein Kind gut einschätzen kann. Vielleicht verhindert das gerade, dass das Kind völlig eskaliert.

Ich habe diese Diskussion auch mitbekommen, aber noch nicht gesehen, wie die genaue gesetzliche Formulierung aussehen soll. Da müsste ich mir tatsächlich anschauen, ob es schon konkrete Gesetzestexte gibt und wie die aussehen.

Wenn ich so etwas irgendwo sehe, würde ich mich jedenfalls nicht vor dem Kind in die Erziehung einmischen. Da mache ich möglicherweise mehr kaputt als ganz.

Ich weiß nicht, was vorher passiert ist. Ich weiß nicht, warum das gerade passiert.

Ich verstehe sehr wohl die Sorge. Die teile ich auch, wenn ich sehe, wie viele Menschen ihren Kindern sehr früh ein Tablet oder Handy in die Hand drücken und es tatsächlich ein Parken ist.

Sie gehen essen und das Kind sitzt vor dem Tablet und redet nicht.

Da muss man überlegen: Will ich mich vielleicht auch mit meinem Kind beschäftigen?

Manchmal stecken aber auch Erziehungsvorstellungen dahinter, die wir heute so nicht mehr haben. Zum Beispiel: Das Kind muss am Tisch sitzen bleiben.

Meine Kinder müssen das nicht. Wenn sie mit dem Essen fertig sind, können sie spielen gehen. Ich verlange nicht von ihnen, dass sie da sitzen bleiben. Denn dann bräuchten sie vielleicht ein Tablet oder etwas anderes, um stillzusitzen.

Alles andere ist auch nicht unbedingt kindgerecht. Dann sollen sie aufstehen und herumhüpfen.

Man muss also hinterfragen: Warum braucht ihr das gerade? Gibt es Alternativen?

Und wir haben im öffentlichen Raum auch das Problem, dass dieser häufig nicht kindgerecht gestaltet ist.

Im Café oder Restaurant stören Kinder relativ schnell. Wir haben selten eigene Bereiche, in denen sie sich in der Nähe austoben können.

In Fernzügen gibt es Kinderabteile. So etwas würde ich mir teilweise auch im Nahverkehr wünschen. Wenn man eine Stunde durch München unterwegs ist, brauchen Kinder etwas. Dann fangen sie an, irgendwo herumzuklettern – weil es Kinder sind.

Das vergisst man manchmal.

Bei manchen Dingen braucht man Medien auch ganz praktisch. Wenn zum Beispiel ein kleines Kind inhalieren soll: Wie kriege ich es dazu, dabei stillzusitzen?

Auch bei Förderung und Sprachentwicklung können digitale Medien hilfreich sein.

Man darf nicht immer so schwarz-weiß darauf schauen.

Wir müssen sicherlich mehr für die Medienbildung der Eltern tun und mehr dafür sorgen, dass Kinder Alternativen haben. Und auch dafür, dass Eltern nicht die ganze Zeit auf ihre Handys gucken.

Es ist immer wieder Medienkompetenz.

Wir denken oft nur von den Kindern aus. Der Blick auf die Erwachsenen kommt gar nicht so in den Vordergrund.

Nein. Wir können ja alles schon.

Sehr schrecklich.

Wir haben aber nicht nur dort Aufreger. Fast täglich wird über ein Social-Media-Verbot für Jugendliche diskutiert. Frankreich war zuletzt wieder Thema, Australien gilt als Vorreiter.

Auch die GMK hat dazu Stellung genommen.

Ist ein Verbot wirklich die Lösung? Wird da gerade ein echtes Problem gelöst? Oder suchen wir – ähnlich wie bei Handyverboten an Schulen – eine einfache Antwort auf eine komplizierte Frage?

Es ist, glaube ich, auch ein bisschen Ablenkung davon, dass wir in der Familienpolitik sonst gerade nicht so viel zu bieten haben.

Dann macht man etwas, bei dem man sagen kann: Das klingt doch gut – die Kinder schützen. Da kann doch keiner dagegen sein.

Ich sehe mehrere Probleme.

Definitiv haben wir dort ein Problem. Wir müssen regulieren. So wie es gerade läuft, können wir es nicht laufen lassen.

Aber wir müssen die Anbieter stärker in die Pflicht nehmen.

Wir versuchen, das Problem auf der falschen Seite zu lösen.

Was dafür sorgt, dass Menschen so viel Zeit dort verbringen und so viel Schmarrn sehen, sind die Geschäftsmodelle dahinter. Die haben irgendwann einen Wildwuchs erfahren.

Social Media ist heute nicht mehr das Social Media von damals. Es hat sich stark verändert und ist sehr stark auf Aufmerksamkeit, Dranbleiben und immer extremere Inhalte ausgelegt.

Da müsste man ran.

Sonst hätten wir auch schon vor zehn Jahren darüber diskutieren können und müssen. Damals haben sehr viele Menschen Social Media genutzt, aber wir haben es noch nicht so problematisch gesehen.

Man muss sich also die Algorithmen und die Anbieter anschauen.

Wir haben eigentlich auch gute Gesetze. Die müssen wir irgendwann einmal durchsetzen.

Was gerade diskutiert wird, läuft letztlich auf eine Ausweiskontrolle im Internet für alle hinaus. Das wird gern vergessen.

Es betrifft nicht nur Jugendliche. Jeder müsste sich dann ausweisen.

Ein bisschen sarkastisch sage ich immer: Das ist auch positiv, denn dann haben wir das Internet wieder für uns. Sehr viele Menschen sind nicht in der Lage, sich digital auszuweisen oder werden es technisch nicht hinbekommen.

Damit schließen wir bestimmte Bevölkerungsgruppen aus dem Internet aus – unter anderem Seniorinnen und Senioren.

Und nicht nur Kinder und Jugendliche.

Das finde ich schwierig.

Wir haben noch keine richtig gute Lösung. Wie sieht es mit der Anonymität aus? Ist sie wirklich gewährleistet? Kriegt man eine Lösung hin, die entsprechend funktioniert?

Wie oft kann ich mich mit meinem Ausweis irgendwo anmelden? Kann ich nur noch ein Profil haben?

Und wir beschäftigen uns mit Onlineberatung zu schwierigen Themen oder sogenannter Digital Streetwork beziehungsweise aufsuchender Arbeit im Internet.

Wie funktioniert das dann zukünftig?

Geht das alles ins Darknet?

Und natürlich die riesige Frage: Was ist eigentlich alles Social Media, wenn wir ein Social-Media-Verbot machen?

Das ist ja nicht nur TikTok und Instagram.

Ich habe letztens sogar diskutiert, ob TikTok tatsächlich Social Media ist. Darüber denke ich noch nach, weil es viele klassische Social-Media-Funktionen gar nicht erfüllt.

Du hast keine Gruppen, du hast nicht dieses klassische Profil, diese Vernetzung fehlt teilweise. Eigentlich ist es ein Kurzvideodienst.

Und dann beginnt die Diskussion: Was ist es denn? Und ist nicht Roblox viel mehr Social Media als TikTok?

Wo fangen wir an? Wo hören wir auf?

WhatsApp müsste man sich dann auch anschauen. Dort gibt es Communities. Da kommen unterschiedlichste Menschen zusammen. Da kann man ebenfalls sehr viel machen.

Ich habe außerdem die große Befürchtung, dass genau das, was jetzt zwar angekündigt wird – nämlich Medienkompetenz zu fördern –, wieder hinten runterfällt.

Wir haben es verboten, damit ist das Thema Medien abgehakt. Jetzt können wir etwas anderes machen.

Nach dem Motto: Wir haben es doch verboten, da kann doch gar nichts mehr passieren.

Genau.

Und wenn man auf andere Länder schaut, muss man ebenfalls genau hinsehen. Zum Beispiel Schweden: Dort gab es eine starke Digitalisierung in Schulen und später eine teilweise Gegenbewegung. In der Debatte klingt es dann schnell so, als würde dort plötzlich alles Digitale abgeschafft.

Ähnlich bei Australien. Viele wissen gar nicht genau: Was ist dort eigentlich passiert? Was hat das Verbot gebracht?

Dort hat die Altersverifizierung nicht besonders gut funktioniert.

In ersten Befragungen zeigte sich, dass viele Jugendliche die Angebote weiterhin nutzten. Außerdem gab es Ausweichbewegungen zu Plattformen, die nicht unter das Social-Media-Verbot fielen und teilweise ähnliche Funktionen hatten.

So geht es weiter.

Es ist ein bisschen ein Katz-und-Maus-Spiel: Wir verbieten dies und das – und dann kommt eine neue Plattform und die Menschen gehen dorthin.

Das war nicht vollständig durchdacht.

An diesen Punkten muss man arbeiten, bevor man wirklich ein entsprechendes Gesetz umsetzt.

Was ich an den Empfehlungen von Expert*innenkommissionen interessant fand, war die Idee, Netzwerke zuzulassen, wenn sie nachweisen können, dass sie entsprechend sicher und kindgeeignet sind.

Dann hätten wir auch eine Möglichkeit, Medienkompetenz zu lernen.

Man könnte sagen: Du hast hier ein Netzwerk, in dem du dich ausprobieren kannst und das bestimmte problematische Mechanismen nicht enthält.

Und von etwas anderem müssen wir uns generell verabschieden: von der Vorstellung, dass Aufwachsen – egal ob analog oder digital – völlig gefahrlos funktioniert.

Analog haben wir uns daran gewöhnt. Wenn du über die Straße läufst, sind da Autos. Wenn du laufen lernst, fällst du hin.

Diese Erfahrungen haben wir alle gemacht.

Aber beim Internet haben wir immer noch die Vorstellung: Wenn Kinder ins Internet gehen dürfen, darf ihnen dort gar nichts passieren.

Das funktioniert nicht.

Wir müssen sie vielmehr dafür wappnen.

Wenn einem offline etwas passiert, kommt der Krankenwagen.

Was passiert, wenn mir online etwas passiert?

Da haben wir nicht die passende Infrastruktur, bei der man wirklich sagen kann: Jetzt wird dir geholfen. Alle wissen, was zu tun ist. Und du kommst relativ schnell wieder aus dieser Gefahrensituation heraus.

Das fehlt mir in der Diskussion.

Auch mit Medienkompetenz können wir nicht verhindern, dass Kindern irgendwann etwas passiert.

Aber wir tun oft so, als bräuchten wir keine Strategien für den Fall, dass etwas passiert.

Ich habe das oft genug beim Thema Cybermobbing erlebt. Das war damals auch mein Promotionsthema.

Wie damit in der Realität teilweise umgegangen wird, ist haarsträubend, weil weder Polizei noch Sozialarbeiter*innen immer ausreichend wussten: Was mache ich jetzt konkret, damit diesem Kind tatsächlich geholfen wird?

Darauf würde ich gern stärker schauen und fragen: Was machen wir im digitalen Notfall? Wer ist Ansprechpartner?

Gerade bei künstlicher Intelligenz finde ich das auch wichtig. Chatbots sind zugänglich und Jugendliche unterhalten sich mit ihnen. Sie stellen ihnen Fragen, die sie sich vielleicht nicht trauen, Erwachsenen zu stellen.

Dann müssen sie lernen, dass die Antworten nicht immer richtig sein müssen. Sie müssen kritisch damit umgehen können und verstehen, wie so etwas grundsätzlich funktioniert.

Stattdessen ist der Impuls oft wieder: Wir müssen es verbieten. Nicht benutzen. Bloß nicht damit umgehen lernen.

Ich fände es wichtig, eine Infrastruktur zu schaffen, in der Kinder und Jugendliche erwachsene Ansprechpartner*innen haben, die sie nicht verurteilen.

Menschen, bei denen sie sagen können: Da kann ich über das reden, was ich online erlebe. Da kann ich mir Tipps holen.

Und die kommen nicht mit: „Dieses scheiß WhatsApp!“ oder „Was willst du eigentlich bei TikTok? Das verblödet dich doch!“

Ich merke immer wieder, wie sehr ihnen solche Ansprechpartner fehlen.

Ich hatte letztens einen Vortrag bei einer Kinderuni und habe über Spiele gesprochen, auch über digitale Spiele.

Danach bin ich von Kindern regelrecht überrannt worden, die mir einfach erzählen wollten, was sie alles schon erlebt haben.

Sie haben gesehen: Da ist eine erwachsene Person, die sich damit auskennt.

Die hatten Tausende Fragen und Dinge, die sie interessieren und die sie wissen wollen. Aber sie wissen nicht, wem sie diese Fragen stellen können.

Und dann landen sie beim Chatbot.

Das ist schon ein Problem.

Was mich an der Debatte stört: Es heißt immer nur, wir müssen es verbieten, wir müssen es den Kindern verbieten.

Aber ein großer Teil des Problems entsteht doch in der Erwachsenenwelt.

Erwachsene posten Videos und Inhalte. Erwachsene führen die Unternehmen. Erwachsene entwickeln die Algorithmen, bei denen gilt: Je mehr Aufmerksamkeit und Aufregung, desto besser läuft das Ganze.

Und dann heißt es: Die Kinder müssen da raus.

Warum schaut man nicht stärker auf die Erwachsenen?

Hattest du schon einmal direkten Kontakt zu Leuten von TikTok, Instagram und ähnlichen Unternehmen? Warst du einmal mit jemandem von diesen Unternehmen auf einem Podium?

Nein, tatsächlich nicht.

Wir reden immer nur über die ganz bekannten Plattformen: TikTok, Instagram, Roblox und Co.

Es gibt mittlerweile aber auch Alternativen. Und bei WhatsApp sagen wir zum Beispiel immer wieder: Das ist nicht ideal. Trotzdem sagt kaum jemand: Dann machen wir doch die komplette Schulkommunikation oder die Kommunikation im Verein über etwas anderes.

Es heißt immer: Ich muss da mitmachen, weil die anderen auch dort sind.

Wie siehst du solche Alternativen?

Die haben tatsächlich nicht so viele Chancen.

Wir haben diese Lock-in-Effekte: Ich bin dort schon, ich habe dort meine Community. Ich kann sie oft nicht einfach mitnehmen. Meine Daten liegen dort. Man hat schon viel investiert und geht dann nicht einfach irgendwo anders hin.

Es gibt Bestrebungen, das zu ändern. Zum Beispiel, dass man unabhängig vom Messenger miteinander kommunizieren kann.

Das finde ich sehr wichtig.

Meine Daten, die ich dort hinterlasse, gehören mir und ich sollte sie mitnehmen können, wenn ich ein Netzwerk wechsle.

Die Frage ist aber: Warum sollte ich wechseln?

Gibt es wirklich genug, was ich spüre oder erlebe, damit ich sage: Ich gehe jetzt zu einer Alternative?

Und wie du schon sagst: Es müssten dann eigentlich alle machen.

Die ganze Schule, die Peers, alle müssten irgendwo anders hingehen.

Das scheitert oft daran, dass die Dienste nicht so gut funktionieren oder man sich an etwas gewöhnt hat.

Denkt mal darüber nach, wie Menschen meckern, wenn es ein neues Windows gibt. Erst sagen alle: Das ist richtig schlecht, das alte war viel besser. Nach einem halben Jahr ist es das Beste – und das nächste ist dann wieder schlecht.

Über diesen Punkt kommt man schwer hinaus.

Es sei denn, es gibt einen richtigen Grund.

Das war bei TikTok zum Beispiel der Fall. Jugendliche haben gesagt: Hey, cool, das funktioniert komplett anders. Das ist ein Grund, die Plattform zu wechseln. Da sind erst einmal kaum Erwachsene. Das macht Spaß.

Siehst du Lösungen?

Ich sehe die Lösung tatsächlich eher darin, mehr Wissen zu schaffen.

Was wir in Projekten erlebt haben – und teilweise gar nicht beabsichtigt hatten – war, dass Jugendliche Plattformen nicht mehr genutzt haben, nachdem sie genug darüber wussten.

Das haben wir beispielsweise in Peer-to-Peer-Projekten erlebt, in denen Jugendliche ausgebildet wurden, andere Jugendliche im Internet zu begleiten, etwa bei Cybermobbing-Prävention.

Wenn wir ein halbes Jahr mit ihnen gearbeitet hatten, gab es immer einen Anteil, der danach aus den Netzwerken ausgestiegen ist.

Die haben gesagt: Ich mag das nicht mehr. Ich weiß jetzt so viel darüber, was die mit meinen Daten machen und wie die mich manipulieren. Ich habe da keinen Bock drauf.

Dabei hatten wir diese Jugendlichen gerade deshalb ausgesucht, weil sie intensive Nutzer*innen waren, viel mitbekamen und sozial gut vernetzt waren.

Und da dachte ich: So funktioniert es eben auch.

Denn diese Jugendlichen nehmen wiederum andere mit und sagen: Leute, das hier ist Schmarrn. Die manipulieren uns. Lasst uns etwas anderes machen.

Ich habe erlebt, dass dann ganze Klassen beispielsweise ins Fediverse gewechselt sind, weil entscheidende Personen in der Gruppe gesagt haben: Wir machen etwas anderes.

Das Problem in Schulen ist häufig, dass man mit festen Lehrplänen arbeitet. Bis sich ein Lehrplan ändert, ist man oft schon wieder weit von der Lebensrealität entfernt.

Dann kann nicht auf Augenhöhe und zeitgemäß mit aktuellen Trends gearbeitet werden.

Aufklärung ist wichtig. Die Menschen müssen sehen, was sich hinter den Plattformen verbirgt.

Gleichzeitig brauchen wir Stellen, an die sich Kinder und Jugendliche wenden können.

Menschen, bei denen sie wissen: Die Person kennt sich aus. Sie weiß, wovon sie redet. Sie ist selbst im Internet unterwegs und interessiert sich für die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen.

Solche Stellen müsste es viel häufiger geben – in Schulen, vielleicht in Büchereien oder an anderen Orten.

Jemanden, der die Kinder auffängt.

Denn viele sind mit ihren Erfahrungen ziemlich allein und auch viele Eltern können nicht helfen.

Bevor man Verbote ausspricht, sollte man solche Strukturen schaffen.

Und dafür braucht es natürlich Geld.

Gerade in der Medienpädagogik wird an vielen Stellen gespart. Gleichzeitig wundert man sich über Entwicklungen wie die Radikalisierung von Jugendlichen.

Per Brieftaube wird die momentan wohl kaum stattfinden.

Ein Verbot allein löst das Problem nicht.

Was würdest du Eltern raten? Gerade wenn die Kinder etwas älter werden, beim Übergang von der Grundschule zur weiterführenden Schule. Da geht es dann richtig los:

„Die anderen haben auch ein Handy. Ich will auch eins. Die anderen haben dieses und jenes. Ich will das auch.“

Was rätst du Eltern?

Tatsächlich erst einmal Interesse zeigen.

Fragen: Warum willst du es?

Willst du es nur, weil die anderen es haben? Oder was willst du damit überhaupt machen?

Wenn wir wissen, was du damit machen willst, können wir auch gucken, ob es das Richtige für dich ist und was du brauchst, um dieses Ziel zu erreichen.

Manchmal kann man Alternativen aufzeigen.

Ein Handy wird man den Kindern irgendwann vermutlich geben müssen.

Was man aber nicht tun sollte, ist ihnen ein Handy zu geben und zu sagen: „Das hast du jetzt, damit du mich erreichen kannst, wenn etwas ist.“

Also das Handy nicht als Schutzengel einführen und sich dann wundern, dass sie sich unsicher fühlen, wenn sie es einmal nicht dabeihaben.

Vorbild sein ist natürlich immer wichtig.

Die eigene Mediennutzung hinterfragen und kommunizieren.

Das fängt früh an.

Wenn ich auf mein Handy gucke und meine Kinder dabei sind, erkläre ich ihnen, was ich gerade mache.

Ich sage zum Beispiel: „Ich arbeite gerade noch kurz. Ich muss schnell eine E-Mail beantworten.“

Dann wissen sie, was ich tue.

Denn es ist eine Blackbox, wenn man nur die Rückseite eines digitalen Gerätes sieht.

Und zumindest am Anfang sollte man Regeln gemeinsam besprechen.

Weniger Regeln – aber wichtige.

Nicht: „Hier hast du das digitale Endgerät“ und später plötzlich: „Ups, ich habe vergessen zu sagen, nachts darfst du es übrigens nicht im Zimmer haben.“

Das muss man vorher besprechen und gemeinsam vereinbaren.

Nicht unglaublich viele filigrane, kleinteilige Regeln, sondern ein paar elementare.

Und die gelten dann hoffentlich für alle.

Zum Beispiel: keine digitalen Endgeräte beim Essen.

Das gilt auch für die Eltern.

Was hältst du von der Bewegung „Handy ab 14“? Ganz strikt?

Nein.

Ich wäre schon froh, wenn wir sagen: Handy vielleicht erst später und nicht schon selbstverständlich in der Grundschule.

Aber bei manchen Initiativen geht es ja nicht nur um „Handy ab 14“, sondern teilweise um keine digitalen Medien bis 14.

Das finde ich zu viel.

Beim Smartphone kann man darüber nachdenken und diskutieren.

Aber keine digitalen Medien bis 14 finde ich schwierig.

Unsere Welt ist nun einmal digital.

Dann würde ich eher über ein reduziertes Gerät nachdenken. Kinder aber komplett aus dieser digitalen Welt herauszuhalten, halte ich für schwierig.

Dann machen wir jetzt die Schnellrunde.

Bildschirmzeit: überschätzt oder wichtiger Indikator?

Überschätzt.

Handy am Esstisch?

Hatten wir gerade. Nein.

Nur noch mal schnell die Mails checken?

Geht nicht.

Smartphone vor der weiterführenden Schule?

Nein.

TikTok: Chance oder Risiko?

Beides.

Instagram oder TikTok – wer beeinflusst Jugendliche stärker?

Kommt darauf an, was sie nutzen und wie viel.

Genau. Die Dosis macht das Gift.

Welche App würdest du heute sofort vom Markt nehmen?

Fällt mir gerade keine ein.

Nichts, was ich nutze. Und die anderen kenne ich nicht. Es gibt sicher welche.

Was sollten Eltern sofort aufhören zu tun?

Ständig auf Bildschirme zu gucken, wenn ihre Kinder da sind.

Und die letzte Frage: Du machst ein Gesetz fürs Internet. Welches wäre das?

Ich mag kein eigenes Gesetz fürs Internet.

Ich möchte, dass die Gesetze, die wir jetzt haben, auch im Internet gelten.

Es sind die gleichen Regeln. Und die hätte ich dort gerne einfach auch.

Eigentlich nicht so schwierig.

Eine Bonusfrage haben wir noch.

Du bist ab heute Bildungsministerin. Ich habe jetzt einen Zauberstab. Du darfst drei Maßnahmen beschließen, damit Kinder sicher und kompetent digital aufwachsen können.

Ich würde ein Fach Medienkompetenz einführen.

Ich würde es Medien- und Lebenskompetenz nennen.

Oh ja, das ist gut.

Dann würde ich Lehrer*innen verpflichten, Fortbildungen in diesem Bereich zu besuchen.

Super.

Und ich würde ermöglichen, dass Grundschüler*innen jedes halbe Jahr eingeschult werden, damit wir entwicklungsangemessener anfangen können und unabhängig vom Geburtszeitpunkt besser auf die einzelnen Kinder eingehen können.

Gibt es das schon irgendwo oder ist das deine Erfindung?

In anderen Ländern kann man Kinder teilweise auch zum Halbjahr einschulen.

Das klingt logisch.

Das würde der Bildung allgemein guttun.

Sehr gut.

Wir hätten noch ganz viel reden können.

Hast du noch Fragen?

Viele, aber das sprengt jetzt den Rahmen.

Angelika, vielen Dank. Es war wirklich total interessant. Wir haben es genossen und viel erfahren. Ich fand, es waren auch noch einmal viele neue Gedanken dabei.

Ich hoffe, wir sehen uns irgendwo wieder.

Alles Gute und vielen Dank.

Danke.

Tschüss!

Wenn du Fragen oder Feedback zu dieser Folge hast oder einen Vorschlag für einen neuen interessanten Interviewpartner, dann freue ich mich mega, wenn du mir unter hallo@wahrnehmungsmanufaktur.de schreibst.

Schön, dass du mit dabei warst.

Bis zum nächsten Mal.

Ciao, deine Katja.

Transkript anzeigen

00:00:12: Und das wird wieder gerührt.

00:00:13: Eine neue Pixelsuppe heute, Handy weg, Probleme weg!

00:00:20: Wir sprechen gemeinsam mit Professorin Dr.

00:00:22: Angelika Berneck über Social Media Verbote, Medienkompetenz und KI.

00:00:28: Es wird wirklich sehr spannend und es gibt viele Tipps von Angelika.

00:00:33: Hört unbedingt rein viel Spaß.

00:00:45: Aber ich bin ja auch Sozialwissenschaftlerin, deswegen interessiert mich natürlich das soziale.

00:00:48: Was macht es mit der Gesellschaft?

00:00:50: Was macht das mit den Menschen?

00:00:51: Wie wird es genutzt?

00:00:52: wie wirktend Dinge auf Menschen... Wie kann man sie eben auch positiv nutzen um Gesellschaften besser zu machen?

00:01:11: Wenn einem offline was passiert kommt halt der Krankenwagen!

00:01:15: Was passiert wenn mir online etwas

00:01:16: passiert?!

00:01:17: Da haben wir nicht die passende Infrastruktur dass man wirklich sagt da wird dir jetzt wirklich geholfen.

00:01:47: herzlich willkommen zu einer neuen Folge der Pixelsuppe.

00:01:52: Heute haben wir die Gästin, die ich eigentlich schon seit mehreren Jahren kenne.

00:01:57: Am Anfang haben wir uns noch öfters wirklich direkt gesehen aber mittlerweile eher ... glaub ich digital.

00:02:06: oder wenn man mal irgendwas von der GMK liest dann Professorin Beraneck, dann weiß ich ja du bist dabei!

00:02:14: Eben hab' ich's schon gesagt sie ist Professorin an der Hochschule München.

00:02:20: Sie beschäftigt sich mit Medienpädagogik, Digitalisierung, künstliche Intelligenz und sozialer Arbeit.

00:02:26: Darüber hinaus engagiert sie sich seit vielen Jahren in der Gesellschaft für Medienpädagogik- und Kommunikationskultur die GMK und bringt ihre Expertise regelmäßig in die gesellschaftlichen und politischen Debatten ein was wir natürlich super spannend finden.

00:02:44: Weil das ist ja genau unser Thema und wir hatten ziemlich oft schon diese Themen, die wir heute auch haben aber noch nicht mit dieser Expertise.

00:02:55: Angelika kennt das Thema nicht nur aus Forschung und Lehre sondern auch... Und ich hoffe dass es auch okay für dich, dass wir so ein bisschen das koppeln mit Familie weil das macht es glaube ich für uns auch spannend!

00:03:11: Viele Theorien setzt du die dann um und das haben wir ja auch, wenn wir Medienworkshops durchführen.

00:03:18: Finde ich müssen wir auch immer erzählen Ja also wir sind nicht unfehlbar Wir können auch vieler machen.

00:03:26: Dadurch verbindet sie wissenschaftliche Erkenntnisse mit ganz praktischen Erfahrungen.

00:03:30: Also lieber Angelika schön dass du da bist Und dass Du die Anleitung angenommen hast und dass du mit uns ein bisschen über die digitale Welt reden möchtest.

00:03:43: Wir haben es ja eben schon gehört, Angelika beschäftigt sich seit vielen Jahren mit digitalen Themen.

00:03:49: Und was fasziniert dich daran bis heute?

00:03:53: Obwohl viele inzwischen glaube ich echt genervt sind von dieser digitalen Welt.

00:03:58: Es gibt ja auch Rückwärt-Trends also das der Smartphone abgelöst wird von diesen, wie wir nennen sie jetzt dummen Handys oder was?

00:04:07: Die haben doch irgendwie einen speziellen Namen.

00:04:10: Also, wieder zu diesen Nokia-Teilen zurückgehen und ... Wie sieht das aus?

00:04:18: Was kannst du uns darüber erzählen?

00:04:20: Was fasziniert dich immer noch daran?

00:04:22: Oder was hat dich überhaupt zu diesem Schritt gebracht, dass du in diese Welt gehüpft bist?

00:04:28: Erzähl doch mal ein bisschen auch von dir!

00:04:30: Und das, was dich faszinhert.

00:04:34: Also digitale Medien haben mich irgendwie schon immer gepackt.

00:04:40: Ich hatte für damalige Zeiten relativ früh auch Kontakt mit digitalen Medien, weil meine Eltern sich damals war ich so vierzehn, fünfzehn einen Computer gekauft haben und zwar hauptsächlich für ihre Mädels, weil sie gesagt haben die Mädels sollen auch irgendwas mit Technik zu tun haben.

00:04:59: mein Papa hat sich dafür interessiert.

00:05:03: Dementsprechend hatten wir dann zu Hause einen Computer und ein Arbeitskollege meines Vaters kamen, hat uns den eingerichtet.

00:05:09: Und war ein paar mal da und hat uns so ein paar Sachen gezeigt.

00:05:12: Das was ganz anders ist wie alles andere, was ich bis dahin kannte... Also ich komme vom Land aus einem dreihundert Einwohnerort mit mehr Kühen als Menschen zur damaligen Zeit.

00:05:25: Dann kam dieser Computer und das erste Computerspiel, was er irgendwie mitgebracht hatte Und dementsprechend habe ich mich dann sehr intensiv damit auseinandergesetzt.

00:05:38: Was sich immer sehr merkwürdig fand, was dann später kamen waren diese Handys weil ich dachte so, ich will eigentlich nicht die ganze Zeit erreichbar sein!

00:05:45: Das fand ich echt blöd und hab mich da lange gesperrt und hab dann das erste mobile Telefon gekriegt als ich studiert habe und es da einfach keinen Festnetzanschluss gab im Studentenwohnheim.

00:05:59: Da gab es einen Münz-Fernsprecher noch, das war das Einzige und dann wollten aber meine Eltern doch ein bisschen wissen wo ich da bin und wie's mir so geht.

00:06:09: und nachdem ich ja nicht mehr zu Hause war und sie den Rechnern und das Internet nicht so gut bedienen konnten bis gar nicht bedienen können brauchten wir andere Wege um irgendwie miteinander zu kommunizieren.

00:06:22: Und ja auch diese Online-Communities, die es damals schon gab.

00:06:27: Kein Mensch kennt mehr U-Boot.

00:06:29: Das gab's mal ganz kurz.

00:06:31: Eines der ersten sozialen Netzwerke ... kostenlose Dinge verschickt.

00:06:35: Da hatte man wirklich so Aufkleber und eine Art Online-Kalender, der einen dann per SMS an Termine erinnert hat.

00:06:43: Das fand ich super witzig!

00:06:44: Und auch die eben das interne Netzwerk was wir im Studentenwohnheim hatten wo wir miteinander dann irgendwie Counterstrike gezockt haben und Sachen geteilt haben.

00:06:56: Das war so ein bisschen der Einstieg.

00:06:59: Ich hatte mir damals tatsächlich auch überlegt, ob ich Informatik studiere habe es mir aber nicht zugetraut weil ich halt aus einem Elternhaus komme wo man würde glaube ich so schön sagen Bildungsfern und das Studieren eh schon einen riesen Riesenschritt war.

00:07:17: und das einzige was ich halt persönlich kannte waren Sozialarbeiter.

00:07:21: Und dann war so dieses Okay, die sind nett.

00:07:23: Das ist irgendwie ganz nett was sie machen.

00:07:25: wir haben im Jugendzentrum mit der Band geprobt So offene Jugendarbeit ja irgendwie das spricht mich an das kann ich mir vorstellen dass ich das irgendwie mal mache und auch ein bisschen dieses Jahr das kann denn nicht so schwer sein das kriege ich schon auch hin

00:07:38: hinter

00:07:39: Kopf.

00:07:41: Und so bin ich überhaupt dann zur sozialen Arbeit gekommen und war dann, weil sich fertig mit dem Studium war relativ erst mal planlos.

00:07:51: Und war aber sehr froh dass dann plötzlich dieses Digitale überall Einzug gehalten hat und sie Leute gesucht haben die irgendwie digitale und analog können.

00:08:01: Ich finde es halt schön das Man im Digitalen mit Menschen kommunizieren kann, dass man eben dieses interaktive Erlebnis finde ich sehr schön.

00:08:13: Und das hat irgendwie meine damals schon vorhandene wissenschaftliche Neugier so ein bisschen geweckt.

00:08:19: also Ich bin von Natur aus sehr neugierig und will alles wissen wie es funktioniert und was da los ist und habe das Internet auch sehr schnell eben als Wissensquelle für mich entdeckt und da eben auch viele Dinge Damals schon eben als Teenager auch im Internet gefunden zu denen ich sonst überhaupt keinen Zugang gehabt hätte.

00:08:37: Also wir hatten die örtliche Bibliothek, da hatte ich mich relativ schnell durchgelesen und das war es so irgendwie an Lebensentwürfen, an Ideen, die mir zur Verfügung standen und da hat mir das Internet ganz ganz neue Welten eröffnet und ... Das ist bis heute so, dass wenn ich irgendwas nicht weiß, ich sofort irgendwie das Internet Befrage, Fact-Checking mache nachgucke und weil ihr ja schon meintest auch mit der familie das kriegen die kleinen auch schon mit.

00:09:06: also wenn dann so fragen kommen wie mama wenn man alle menschen auf der welt aufeinander stapelt reichen die bis zum mond oder nicht?

00:09:14: cool war

00:09:15: jetzt sonst weiß ich das nicht.

00:09:19: ja ja ja cool ja also bist du dann so eine digitale abenteurerin du hast sich dann Du hast dann gesehen, da tut sich was Neues auf und dann probieren wir es mal aus.

00:09:32: Genau richtig!

00:09:32: Und das ist auch das, was mich heute noch ... dran hält und fasziniert.

00:09:37: Und was mich dazu bringt, dass ich den Job, den ich mache eben so liebe weil es nicht langweilig wird.

00:09:41: Es gibt ständig irgendwas Neues zu entdecken, es gibt

00:09:44: eine

00:09:45: neue Technologie.

00:09:46: in der Zeit lang war ich tatsächlich ein bisschen frustriert als alle immer gesagt haben diese neuen Medien und ich gefragt habe welche neuen

00:09:52: Medien das

00:09:52: weint ihr denn?

00:09:53: Und dann kam KI und jetzt geht's mir wieder gut!

00:09:59: Ja stimmt also uns wirds nicht langWeilig wir sind schon gefordert Dann springe ich gleich noch mal da drauf.

00:10:06: Aber wie siehst du das?

00:10:07: Durchsteigst du dann alle Technologien schon, möchtest du die dann bis zum Schluss absolut verstehen?

00:10:15: also KI ja gut oder Programmieren und so oder reichtest dir wenn du weißt?

00:10:22: okay es geht ungefähr so.

00:10:25: Du hast natürlich einen anderen Anspruch als Professorin.

00:10:27: also glaube ich Wie schaut's aus?

00:10:31: Ja, es sind mehrere Ebenen.

00:10:33: Also die Technik dahinter fasziniert mich schon aber da stoße ich halt irgendwann auch einfach an meine Grenzen weil ich selber nicht mehr weiter komme.

00:11:25: Aber ich bin ja auch Sozialwissenschaftlerin, deswegen interessiert mich natürlich das soziale.

00:11:28: Was macht das mit der Gesellschaft?

00:11:30: Was macht es mit den Menschen?

00:11:31: wie wird es genutzt?

00:11:33: Wie wirken Dinge auf Menschen?

00:11:35: Wie kann man sie eben auch positiv nutzen um Gesellschaften besser zu machen?

00:11:39: wo sind Gefahren und wie nutzen Sie andere?

00:11:43: da kommt wieder die Neugier wo ich immer sage ich arbeite lebensweltorientiert aber eigentlich bin nicht nur neugierig.

00:11:47: Ich will wissen was bedeuten diese Medien für andere?

00:11:50: Ja

00:11:52: Was tut ihr damit?

00:11:53: Kann ich voll verstehen.

00:11:54: Ja, geht mir genauso.

00:11:55: Ich find's schon echt praktisch dieses Teil und mir geht es auch so ... Früher war das ja auch nicht so.

00:12:03: Du sitzt vom Fernseher und dann hörst du was.

00:12:06: Das hab ich jetzt gar nicht verstanden!

00:12:08: Da bist du doch früher nicht aufgestanden oder zum Brockhaus gelaufen und hast geguckt, was das ist.

00:12:15: Aber heute liegt halt das Handy daneben.

00:12:20: Google will ich jetzt nicht sagen, dann recherchiert man halt schnell.

00:12:22: Ah okay gut oder wo der Film gerade spielt.

00:12:26: Da will ich mal gucken wie schaut's da aus?

00:12:28: Also es ist schon eine extreme Wissenswelt.

00:12:33: ja geht mir genauso

00:12:35: Aber

00:12:36: ich hoffe dass das wissen auch.

00:12:38: also ich weiß nicht Wie schätzt du das ein?

00:12:40: Wie ist denn so?

00:12:42: die Wissenschaft hält das Wissen dann auch länger an?

00:12:44: Oder ist es dann so Wir wissen to go als ich habs und Es ist auch schnell wieder durch neues Wissen, weil unser Gehirn ist ja irgendwann mal

00:12:53: voll

00:12:54: mit diesem Wissen.

00:12:56: Das ist so individuell wie die Menschen an sich.

00:13:00: Also ich würde sagen, ich merke mir ziemlich viel, weil es mich... Ich guck's nur nach wenns mich interessiert und dann merk' ich's mir auch und dann trage ich auch einfach wahnsinnig viel Wissen mit mir rum was ich vielleicht auch nie wieder brauche.

00:13:14: Aber andere Sachen vergisst man vielleicht auch wieder.

00:13:17: Wichtig ist es eher, erst mal rauszufinden und das Wissen was ich da mir aufs Auge überhaupt vernünftig.

00:13:24: oder kann ich dem glauben?

00:13:27: Oder nehme die erste KI zusammenfasstung und denk dann jetzt habe ich eine Ahnung von dem Thema und das funktioniert natürlich nicht.

00:13:38: Ja ihr hört mich Ich bin immer ganz vorsichtig, weil mein Ton mal ausgefallen ist.

00:13:44: Und eben gerade dachte ich so, oh, es ist wieder passiert!

00:13:47: Aber ... ich glaube, das alles okay.

00:13:49: Ja, ähm... Du hast vorhin gesagt, dass du das erste Computerspiel gespielt hast auf dem Computer deiner Eltern?

00:13:59: Kannst du dich eigentlich noch erinnern, was das war?

00:14:02: Also das Erste, was ich dann wirklich intensiv gespielt habe, were Day of the Tentacle.

00:14:07: Kannst

00:14:09: wir

00:14:09: lossehen?!

00:14:09: Bin spannend.

00:14:10: Es gibt ein Winkel, da vorne ist klar was musst du die machen.

00:14:14: Da gibts um drei Tentakel und im Prinzip es ist ein bisschen ein Rätelspiel.

00:14:20: also was mich fasziniert hat das man musste in der Vergangenheit zum Beispiel einen Pullover in den Trockner stecken um dann in der Zukunft einem Pullover für den Hamster zu haben.

00:14:32: Das ist ja nett!

00:14:37: Das sind schon immer sehr interessante Sachen, wenn du an die Computerspiele denkst.

00:14:42: Und das ist ja auch sowas, womit man dann – du bist ja jetzt nicht nur Professorin sondern auch Mutter und das ist wahrscheinlich auch so etwas, wo man irgendwann mal was damit zu tun hat nochmal von den Kindern ausgesehen.

00:14:58: Und ja, wie ist das so?

00:15:01: Wenn du jetzt so etwas empfiehlst und sagst okay.

00:15:05: Das würde ich jetzt eigentlich Eltern empfehlen aber merke selber immer wieder so wow da komme ich doch an meine Grenzen oder vielleicht ist es da immer ein bisschen schwierig.

00:15:16: also Ich habe drei Kinder und zwei Jungs.

00:15:22: die haben auch immer gezockt natürlich und das war dann schon oft zu.

00:15:26: wo du dachtest Ist das jetzt richtig?

00:15:29: Ist es nicht schon wieder zu viel und wo stehen die

00:15:32: gerade?".

00:15:33: Und dann denkst du, ja okay.

00:15:34: Jetzt sind sie in der Pubertät, kommen wir noch

00:15:35: klar.".

00:15:37: Es ist gar nicht so einfach, dass dann immer so... Obwohl du wirklich nicht weißt passt es noch beispielsweise.

00:15:46: Ja also da müssen wir glaube ich in zehn Jahren nochmal darüber reden weil meine Kleinen werden jetzt erst fünf.

00:15:52: Das heißt, wir sind noch bei frühkindlicher Medienerziehung und Medienbildung.

00:16:00: Was ich merke ist schon... Also ich muss nochmal anders anfangen.

00:16:05: Ich habe ja früher als ich keine Kinder hatte immer argumentiert es ist viel besser keine Kinder zu haben weil dann kann ich neutral auf die Dinge gucken und verknüpfe es nicht ständig mit meiner eigenen Erfahrung Und denke nicht allen anderen Eltern würde es genauso gehen wie mir.

00:16:18: Jetzt als Mutter argumentiere ich natürlich anders und sage, ich habe voll die Erfahrung.

00:16:21: Weil ich habe diese Zwillinge zu Hause.

00:16:23: Die sind sehr unterschiedlich.

00:16:25: Ein Mädchen und einen Jungen Und ich sehe parallel wie viel Einfluss Charakter hat und wie wenig Einflüsserziehung hat Und wie viel Einfluss auch gerade so Entwicklungsphasen haben, die natürlich nicht immer gleich laufen und dass das eine Kind das eine mal total gut kann.

00:16:42: Und zwei Wochen später ist es das andere Kind und sich das immer so abwechselt und nichts vorhersehbares.

00:16:51: Was ich aber sehe ... Immer erzählt habe, doch stimmt.

00:16:58: Natürlich muss man Grenzen setzen aber man muss jetzt nicht super ernst nehmen alles.

00:17:02: also wenn man jetzt einmal was anders macht dann gehen die Kinder nicht sofort kaputt.

00:17:09: Und ich auch manchmal weiß, ich kaufe mir Ärger ein.

00:17:12: Wenn sie müde sind und sie noch mal was gucken dürfen weil ich noch irgendwas anderes im Kopf hab, was ich wichtig machen muss... ...dann weiß ich schon das wird danach schwierig!

00:17:20: Weil die Kinder sind jetzt müde.

00:17:22: Und dann muss ich halt selber abwägen ist es mir das gerade wert oder nicht?

00:17:25: Oder kann ich das irgendwie anders lösen?

00:17:29: Ich das vollkommen in Ordnung finde, eben Medien auch mal einzusetzen um sich selber zu entlasten.

00:17:35: Und so sagen ich brauche jetzt gerade eben diese paar Minuten um X Y irgendwie fertigzumachen und es sollte halt wirklich kein Ewigs davor Parken sein dann ist es wieder zu viel.

00:17:48: also soweit lang man das irgendwie ja mit schon Mitverstand macht und auch mit Blick auf die Kinder.

00:17:55: Also wie gesagt die entwickeln sicher ständig weiter.

00:17:57: Die sind ständig anders.

00:17:59: Jeden Tag ist auch das anders, wie sie Dinge wahrnehmen.

00:18:03: In dem Alter noch und es ist aber auch tatsächlich schön dass Sie viel mitnehmen.

00:18:10: Also wenn man ihnen die richtigen Sachen zeigt, die sind glaube ich ähnlich neugierig wie ich was auch daran liegt dass sie jede Frage stellen dürfen und auf jede frage auch eine Antwort kriegen das die aus manchen Kindersendungen auch Dinge lernen und Formulieren mitkriegen.

00:18:27: wo her wissen Sie das jetzt schon wieder?

00:18:29: Und dann können sie mir aber auch immer sagen, ja das war jetzt in der letzten Anna.

00:18:33: Da hat die über die und die Tiere geredet.

00:18:36: daher wissen wir jetzt eigentlich ein Raubtiere.

00:18:39: Also ich denke es ist tatsächlich irgendwie dieses Ding mit Erziehung ist schon wichtig Aber wichtiger als Erziehungen ist Beziehung.

00:18:51: Das ist glaube ich relevant.

00:18:54: Ja,

00:18:56: vor allen Dingen wenn du daran denkst dass der eigentlich dann immer so dieses Argument von der Bildschirmzeit kommt.

00:19:03: Und ich dann auch immer denke ja was meint ihr mit Bildschimmzeit?

00:19:07: Also und letztendlich finde ich immer noch wichtiger den Content oder das was sie sehen Denn das hat eigentlich so dess, wenn man an sich selber denkt den größten Einfluss.

00:19:19: Was habe ich mitgenommen?

00:19:21: Was hat mich vielleicht schockiert oder was war wirklich schlimm?

00:19:24: Das ist eigentlich relevanter als vielleicht dass ich mal in meiner Pubertätsphase viel mehr gezockt oder was weiß ich Serien gesuchtet hab.

00:19:38: Macht jeder von uns.

00:19:39: Hat jeder von Und wenn du da aber eine relativ gute Beziehung hast, sagen wir mal so.

00:19:46: Das kommt ja noch einmal drauf an.

00:19:47: Aber dann ist das eben so, dass man da glaube ich gut durchkommt.

00:19:53: Katja und ich haben also auch die Erfahrung gemacht beide.

00:19:55: Wir haben eigentlich hier jetzt schon erwachsene Kinder.

00:20:00: Da kann man sagen, dass es wirklich echt wichtig war sich auszutauschen immer wieder darüber zu reden was passiert oder irgendwie so.

00:20:13: Also da kann man beruhigen.

00:20:17: Ja, und diese exzessiven Phasen sind ja auch normal.

00:20:20: also ich war ja auch lang genug in der Jugendarbeit dass ich sage Ich habe wahrscheinlich tausende Jugendliche mehr oder weniger mit erzogen im Laufe meiner Zeit Und da eben auch Dinge erlebt, wo auch wir oft als Medienpädagoginnen dachten.

00:20:37: Oh Gott!

00:20:38: Wie kriegen wir jetzt diesen Jungen wieder weg vom Rechner?

00:20:40: Was machen wir?

00:20:41: Was können ihm noch

00:20:42: anbieten?".

00:20:43: Dann hatte der eine Freundin und das war überhaupt kein Thema mehr.

00:20:46: Zack!

00:20:47: So dieses... Perfekt!

00:20:49: Ja,

00:20:49: mal zu tun.

00:20:50: Problem

00:20:51: gelöst?!

00:20:52: Super.

00:20:53: Ich glaube auch.

00:20:53: Also wie du schon sagst, es gehen verschiedene Fenster auf und dann hat sich das eine erledigt Das andere springt drauf.

00:21:04: Aber was mir jetzt gerade noch mal einfällt, weil das hatten wir letztens in einem Gespräch ... Die Politik ist ja wieder dran irgendwie ein neues Gesetz da reinzubringen mit diese digitale Medien.

00:21:16: Ich krieg's nicht mehr ganz so hin aber du weißt es bestimmt!

00:21:19: Mit dieser Gefährdung des Kindeswohl wohl es da einhergehen sollen.

00:21:25: also Gewaltfreie Erziehung ist ja da auch mit so reingekommen.

00:21:30: Und da soll dieses digitale Thema auch mit reinkommen, sprich wenn Kinder halt zu lange dann vor dem Tablet geparkt werden.

00:21:41: und da war letztens die Frage was würdest du machen?

00:21:44: Du bist in der S-Bahn und da ist ein kleines Kind und das wird von der Mutter vor dem Bildschirm gepackt.

00:21:52: Ob ich da einschreien würde... Also da hab ich gleich irgendwie so, denke ich das ist wie so ein Nachbar der ständig guckt was ich da falsch mache und mich dann irgendwie anzeigt weil es ihm nicht in den Kram passt.

00:22:07: Weil ich vielleicht meine Hicke falsch geschnitten habe oder sowas.

00:22:10: Nein, also darüber kann ich mich ... Nee, da bin ich nicht dabei!

00:22:14: Ich bin nicht die Polizei, ich bin keine Ordnungshüterin raus.

00:22:19: Also ich werde niemals jemandem drauf hinweisen, hey guck mal dein Kind das darfst du doch nicht und Gewehrdungskind ist wohl?

00:22:27: No würde ich nicht machen.

00:22:28: also das sind andere für zuständig und ich weiß auch nicht... Du hast es ja auch gesagt vielleicht ist es sich jemand der das schon reduziert einsetzt und wenn bedarf ist und er kann das Kind nämlich einschätzen und wenn das jetzt... bevor man extrem eskaliert.

00:22:43: Aber wie siehst du das, wenn das mit aufgenommen wird in dieses Gesetz?

00:22:53: Ich bin auch darüber gestolpert.

00:22:54: Ich habe aber noch nicht gesehen, wie dann die genaue Formulierung irgendwie aussehen soll.

00:23:00: Also was ich gehört habe war eben keine gezielten Angebote für diese Kinder, dass es die eben nicht mehr geben soll.

00:23:08: Ob wir nach wie vor, also ob sie wirklich da in das Erziehungsprivileg eine so krass reingehen können.

00:23:17: Dass die sagen ihr dürft es gar nicht.

00:23:19: Das weiß ich noch nicht.

00:23:20: Da muss ich mir tatsächlich nochmal angucken, ob's da schon konkrete Gesetzestexte dazu gibt?

00:23:28: Wie es dann aussehen soll... Aber ich würde jetzt auch, wenn ich das irgendwo sehe nicht sagen.

00:23:35: Ich gehe da jetzt hin und mische mich irgendwie vor dem Kind in die Erziehung ein.

00:23:39: Also dann mache ich ja mehr kaputt als ... Man irgendwie ganz macht.

00:23:43: und genau das ich weiß es halt nicht.

00:23:45: Ich weiß nicht, was Woche passiert ist.

00:23:47: Ich weiss nicht warum das gerade passiert?

00:23:49: Ich verstehe sehr wohl die Sorge, die auch teile wenn ich hier sehe wie viele Leute eben immer mit dem Tablet oder den Kindern dann schon in einem Alter wo ich's nicht tun würde ein Handy in die Hand drücken und dass tatsächlich eben ein Parken ist.

00:24:05: sie gehen essen Kind sitzt vom Tablet und redet nicht.

00:24:10: Wo ich sage, ich muss mal auch ein bisschen überlegen mit will ich mich vielleicht auch mit meinem Kind beschäftigen?

00:24:15: Und sind vielleicht auch manche stecken da vielleicht auch manchmal Erziehungsgedanken dahinter die wir heute so nicht mehr haben weil das ist ja auch ein Bisschen.

00:24:24: ein des Kindes muss am Tisch sitzen bleiben Wo ich sage, das müssen meine Kinder nicht.

00:24:30: Wenn die fertig sind mit Essen können sie spielen gehen.

00:24:32: Ich verlang von denen nicht dass die da sitzen bleiben weil dann bräuchten die auch ein Tablet oder irgendwas anderes umstill zu sitzen.

00:24:39: alles andere ist glaube ich auch nicht kindgerecht sondern dann sollen sie von mir raus aufstehen und rumhüpfen Und da muss man bisschen hinterfragen so mit warum Braucht ihr das gerade?

00:24:49: Gibt es vielleicht Alternativen auch dazu?

00:24:52: und wie kann ich eben sonst mit Kindern umgehen.

00:24:56: Und da haben wir, glaube ich im öffentlichen Raum aber auch das Problem dass der nicht kindgerecht gestaltet ist.

00:25:01: Richtig ja!

00:25:02: Ja.

00:25:03: und dass da eben dieses ist im Café im Restaurant die Kinder stören relativ schnell.

00:25:08: Wir haben selten eigene Bereiche wo die dann in der Nähe einfach sich austoben können.

00:25:14: Esbahnen bahnen an sich Ja, die Kinderabteile gibt's dann.

00:25:19: Aber sowas würde ich mir halt auch in der S-Bahn wünschen.

00:25:22: Dass wenn man irgendwie hier durch München fährt und eine Stunde unterwegs ist ... Dann brauchen die auch irgendwas?

00:25:27: Dann fangen sie an auf Dinge rumzuklettern, weil es sind Kinder!

00:25:31: Ja ja, das vergisst man dann.

00:25:35: Ich glaube, es wäre schon ganz nützlich... Ich war mal in der Förderschule und da war auch Grundschule ein Junge GTA gespielt und es ist ab achtzehn.

00:25:47: Ich glaube, wenn dann so ... Wenn es dieses Gesetz da schon gegeben hätte, hätten die Sozialpädagogen vielleicht eine Handhabe gehabt.

00:25:56: Dann fände ich's gut.

00:25:57: Aber ansonsten für uns als Medienpädagogin, glaub ich, ist das jetzt nicht so... hol ich mal die rote und die gelbe Karte raus.

00:26:09: Und zeigt die dann da?

00:26:11: Ja, nicht glaube

00:26:12: ich.

00:26:13: Für manche Dinge braucht man es auch.

00:26:14: also wenn man sagt ein Kleinkind soll inhalieren Wie kriege ich das dazu stillzusitzen?

00:26:20: Ja.

00:26:22: Gibt es da solche Ausnahmen in diesem Gesetz, wenn es gesundheitsgefährdend ist, wenn das Kind keine digitalen Medien

00:26:28: nutzt

00:26:29: und auch bei der Förderung und Sprachentwicklung kommt es ja auch immer darauf an Es kann ja da auch hilfreich sein.

00:26:35: Also muss man da so schwarz-weiß drauf gucken.

00:26:43: Ja, wir wissen sicherlich mehr für die Medienbildung auch der Eltern tun und mehr dafür sorgen dass die Kinder eben andere Alternativen haben.

00:26:51: Und auch das die Eltern nicht die ganze Zeit auf ihre Handys gucken.

00:26:55: Aber das steht glaube ich im Gesetz nicht drin oder?

00:26:57: Steht da drin!

00:26:57: Ich darf keinen Bild schon... Elternteil während ich ein minderjähriges Kind bei mir habe.

00:27:05: Wie viel Zeit darf ich überhaupt darauf schauen oder so weil sonst das sich völlig einfriert und die Beziehung überhaupt nicht vorhanden ist.

00:27:16: Es hat wieder Medienkompetenz.

00:27:17: Es geht immer nur so von den Kindern aus, dieser Gedanke der Erwachsenen kommt gar nicht in den Vordergrund oder?

00:27:27: Nö.

00:27:27: Wir können ja alles schon irgendwie... Ja, schrecklich!

00:27:32: Also wir haben ja nicht nur da Aufreger zurzeit.

00:27:34: also wenn wir gucken fast täglich wird über Social Media-Verbot für Jugendliche diskutiert.

00:27:43: Letztend kam wieder Frankreich, es wird verboten und Australien war ja schon als Vorreiter.

00:27:52: Und ich weiß die GMK hat da auch was geschrieben und ich stehe da auch voll dahinter, was sie geschrieben haben und es gibt mehrere Papiere.

00:28:03: Ist das wirklich die Lösung?

00:28:04: Verbote... Gerade ein echtes Problem gelöst

00:28:09: oder

00:28:11: suchen wir einfach was ja auch bei Handyverbot in den Schulen.

00:28:16: Das ist das gleiche finde ich, es ist einfach eine einfache Antwort auf eine komplizierte Frage weil dann muss man sich ja schon wenn man sie anders lösen möchte tiefer mit dem Thema auseinandersetzen und es würde wahrscheinlich auch ein Tick teurer werden.

00:28:31: Ja, es ist auch ein bisschen glaube ich eine Ablenkung davon dass wir in der Familienpolitik sonst gerade nicht so viel zu bieten haben.

00:28:37: Machen wir irgendwas wo man sagt das klingt doch gut die Kinder schützen kann doch keiner dagegen sein.

00:28:45: Ich sehe da einfach mehrere Probleme.

00:28:47: also ich sehe definitiv Wir haben dort ein Problem wir müssen das irgendwie regulieren und wie's gerade läuft Können wir es nicht laufen lassen, aber wir müssen einfach die Anbieter stärker in die Pflicht nehmen.

00:28:59: Und wir lösen das Problem oder Anfangszeichen lösen es auf der falschen Seite.

00:29:04: und was eigentlich eben dafür sorgt dass man dort so viel Zeit verbringt, so viele Schmarrn sieht Das sind einfach Geschäftsmodelle, die dahinter stehen und die irgendwann einen Wildwuchs erfahren haben.

00:29:18: Dass man eben sagt Es ist nicht mehr das Social Media von damals sondern es ist irgendwie Hat es sich stark verändert und ist eben sehr, sehr stark auf diese Aufmerksamkeit, auf dieses dranbleiben.

00:29:29: Auf dieses irgendwie immer extremere Inhaltezeigen ausgelegt?

00:29:34: Und da müsste man auch ran.

00:29:37: Weil sonst hätten wir ja schon vor zehn Jahren darüber diskutieren können und sollen und müssen.

00:29:41: Ja!

00:29:43: Da haben wir das aber noch nicht so krass problematisch gesehen.

00:29:46: Und da haben's aber auch schon sehr viele genutzt.

00:29:49: von dem her... Es ist tatsächlich was wo man sagt Die Algorithmen, die Anbieter – wir haben eigentlich auch gute Gesetze.

00:29:55: Die müssen wir irgendwann mal durchsetzen.

00:29:57: und was wir gerade machen oder wo es gerade hinläuft ist eben dieses Ausweiskontrolle im Internet für alle.

00:30:07: Das ist so das, was ja gerne vergessen wird.

00:30:09: Es geht nicht nur für Jugendliche sondern da muss sich dann jeder ausweisen.

00:30:13: Ein bisschen sarkastisch sage ich immer Positiv, weil dann haben wir das Internet wieder für uns.

00:30:19: Weil sehr viele Leute sind nicht in der Lage sich digital auszuweisen werden, dass technisch nicht auf die Reihe kriegen.

00:30:25: Damit sind wir bestimmte Bevölkerungsgruppen wieder raus, die wir vielleicht auch gar nicht im Internet haben wollen.

00:30:31: aber wir schließen halt eben auch Senioren und Senioren aus dem Internet aus.

00:30:37: Und

00:30:38: nicht nur die Kinder- und Jugendlichen damit.

00:30:42: Das finde ich schwierig, dass wir da noch keine richtig gute Lösung haben.

00:30:47: Auch wie sieht es mit der Anonymität aus?

00:30:49: Ist die dann wirklich gewährleistet?

00:30:51: Kriegt man da wirklich eine Lösung hin, die entsprechend funktioniert?

00:30:54: Wie oft kann ich mich damit beim Ausweis irgendwo anmelden?

00:30:58: Kann nicht nur noch ein Profil haben.

00:31:00: Wie sieht das aus?

00:31:01: Beschäftigen wir uns gerade damit auch mit Onlineberatung zu schwierigen Themen oder... die sogenannte Digital Street Work, die sich ja auch oft so nicht mehr nennt.

00:31:10: Sondern irgendwie aufsuchende Arbeit im Internet und man halt sagt mit was?

00:31:16: wie funktioniert das denn dann zukünftig?

00:31:20: Und geht es dann alles ins Darknet?

00:31:23: und natürlich die riesen Frage Was ist alles Social Media wenn wir ein Social Media Verbot machen?

00:31:29: Ja genau Ist ja nicht nur TikTok und Instagram.

00:31:32: also

00:31:33: Ja, wobei ich das letzte Mal diskutiert habe ob TikTok tatsächlich Social Media ist.

00:31:38: Da

00:31:38: überlege ich noch weil es viele von den klassischen Social-Media Sachen gar nicht erfüllt.

00:31:43: Du hast keine Gruppen du hast kein richtiges Profil.

00:31:47: Du hasst eigentlich diese Vernetzung nicht.

00:31:49: Das ist ein Kurzvideodienst.

00:31:52: Wo wir gerade anfangen zu diskutieren mit was ist es denn?

00:31:55: und ist nicht Roblox viel mehr Social Media als TikTok?

00:32:02: Wo fangen wir an, wo hören wir auf?

00:32:06: Wenn sie es wirklich umbauen wollen.

00:32:08: Also das wird... Ich weiß gar nicht wie schnell die das hinbekommen also ich stelle mir das auch recht kompliziert vor.

00:32:16: Einigmente WhatsApp auch anschaust ne?

00:32:18: Whatsapp ist dann alles okay

00:32:20: ist fein

00:32:21: aber da sind Communities drin Da kommen was was ich für Leute rein.

00:32:26: da kannst du doch auch alles machen eigentlich.

00:32:28: oder?

00:32:29: Ja und ich habe halt auch die große Befürchtung, dass dann eben genau das was sie jetzt zwar sagen.

00:32:33: Wir wollen denn auch Medienkompetenz fördern, dass es dann wieder hinten runterfällt weil wir haben's jetzt verboten.

00:32:38: damit ist dieses Thema Medien abgehakt.

00:32:42: Jetzt können wir irgendwas anderes machen man im Zweifel verweisen immer drauf.

00:32:45: Wir haben es doch verboten.

00:32:46: Das kann ja gar nichts mehr passieren.

00:32:50: Und dieses Verweisen immer darauf hat ja auch immer so... Man hat immer das Gefühl es ist wie so eine Art Halbwissen ja auch.

00:32:57: Ich meine, wenn du dann so an Schweden oder solche Sachen denkst,

00:33:01: dass

00:33:01: das dann in den Schulen ja einmal ganz massiv natürlich mit digitalen Medien und dann aber so ein Rückzug... der aber nicht hier der völlstständige Rückzug ist und man dann in der Debatte immer das Gefühl hat, die sind jetzt wirklich nur noch sozusagen ... wir schreiben wieder aus Stein.

00:33:17: Keine Ahnung!

00:33:18: Also es ist natürlich aggressiv, aber so in der Richtung ja?

00:33:21: Wir gehen ganz wieder zurück und deswegen auch interessant Australien.

00:33:25: Ich denke dass da auch viele eigentlich gar nicht wissen was ist mit den Australiern.

00:33:30: Was konnten jetzt dabei rum?

00:33:31: und wenn man hört so das eine oder andere weißt du vielleicht ein bisschen mehr Was da dieser Verbotsweg geholfen hat oder nicht, das Ergebnis ist das Ganze.

00:33:47: Die haben ja tatsächlich das mit der Altersverifizierung nicht so richtig gut hingekriegt.

00:33:51: also in den ersten Nachfragen waren sie ja noch bei achtzig Prozent der Jugendlichen nutzen es einfach genauso wie Focher.

00:33:58: Und dann hatten wir eben Ausweichbewegungen zu Plattformen, die nicht unter diesen Social Media-Band gefallen sind.

00:34:07: Die eigentlich Klone der anderen Netzwerke waren und so geht es halt weiter.

00:34:13: Also das ist ein bisschen ein Katzen-Mauspiel mit Wir verbieten jetzt das, dass, dass... und dann kommt wieder eine neue Plattform!

00:34:18: Dann gehen wir wieder zum nächsten.

00:34:22: Also, es ist halt auch nicht so richtig durchdacht gewesen.

00:34:26: Und ich glaube an den Punkten muss man echt arbeiten bevor man da wirklich irgendwie ein Gesetz umsetzt.

00:34:35: was sich sehr schön fand jetzt an diesen Empfehlungen der Expertenkommission oder Expertinnenkommision die raus kamen war ja dieses dass auch Netzwerke zugelassen werden können wenn sie eben sagen nachweisen können das sie Ungefährlich sind, dass sie wirklich Kind geeignet sind.

00:34:52: Und das wir so auch eine Möglichkeit hätten Medienkompetenz zu lernen und zu sagen du hast ein Netzwerk der kannst du dich eben ausprobieren.

00:35:00: Das hat bestimmte Mechanismen nicht mit drin.

00:35:07: Und des Andere wovon wir uns glaube ich ganz generell verabschieden müssen ist, dass ein Aufwachsen egal ob analog oder digital gefahrlos funktioniert.

00:35:17: Analogen haben wir uns ja, glaube ich dran gewöhnt.

00:35:19: Dass wir irgendwie sagen naja das musste halt lernen.

00:35:22: aber wenn du über die Straße läufst da sind halt Autos.

00:35:25: Da sind Dinge, wenn du laufen lernst fällst du hin?

00:35:29: Da kommen wir nicht drum herum.

00:35:31: diese Erfahrung haben wir alle gemacht.

00:35:34: Aber irgendwie haben wir immer noch im Kopf diese Idee mit Wenn die ins Internet gehen darf denen gar nichts passieren und es funktioniert nicht.

00:35:42: Und da muss man wirklich ein bisschen sagen, wir müssen uns eher dafür wappen.

00:35:48: Offline was passiert, kommt halt der Krankenwagen.

00:35:50: Was passiert wenn mir online etwas passiert?

00:35:52: Da haben wir nicht die passende Infrastruktur.

00:35:57: das man wirklich sagt da wird dir jetzt wirklich geholfen.

00:36:00: Da wissen alle was zu tun ist und das funktioniert relativ schnell dass du eben aus dieser Gefahr wieder draußen bist wenn du in sie reinkommst.

00:36:09: Und das ist was mich ein bisschen stört wie das so beiseite legen und da nicht drüber nachdenken, also dass wir auch mit Medienkompetenzen nicht verhindern können das denen irgendwann mal irgendwas passiert.

00:36:23: Und dass wir aber immer so tun als bräuchten wir keine Strategien was wir tun wenn etwas passiert.

00:36:29: Ja

00:36:30: ich habe das oft genug erlebt.

00:36:31: bei Cyber Mobbing war ja auch mein Promotionsthema damals wie damit dann in der Realität umgegangen wird und es ist Harnbüchern, weil weder die Polizei noch die Sozialarbeiterinnen irgendwie halbwegs wussten.

00:36:45: Was mache ich denn jetzt damit diesem Kind tatsächlich geholfen wird?

00:36:49: Und

00:36:51: da würde ich gerne einen Blick drauf werfen und eher sagen mit was machen wir denn im digitalen Notfall?

00:36:57: Ja,

00:36:58: genau.

00:37:00: In dem Fall jetzt auch gerade so.

00:37:02: künstliche Intelligenz wenn die Chatbots zugänglich sind und du den Chatbot, was ich also auch gemerkt habe jetzt so in vielen jugendlichen Bereichen dass die dann auch wirklich ja sich damit unterhalten.

00:37:18: Und die Fragen stellen und die fragen stellen diese vielleicht Erwachsenen nicht sich trauen zu stellen usw.

00:37:27: zu lernen, dass diese Antworten nicht immer die richtigen Antworten sein können oder dass ich da ganz kritisch lerne mit umzugehen und wie das Ding eigentlich aufgebaut ist.

00:37:40: Wieso etwas funktioniert?

00:37:44: Das wird auch eher immer noch... Ich glaube eher so wir müssen das verbieten ja nicht benutzen

00:37:50: und

00:37:51: ja nicht damit umgehen lernen und so.

00:37:53: Ich glaube es jetzt gerade auch noch dann Und top.

00:37:58: Ja, also ich fände es halt wichtig dass wir tatsächlich irgendwie eine Infrastruktur hinkriegen wo Jugendliche Erwachsene also Kinder und Jugendliche erwachsene Ansprechpartnerinnen haben die sie nicht verurteilen sondern wo Sie wirklich sagen da kann ich jetzt über das was ich dort erlebe reden Ich kann mir Tipps holen Die kommen nicht mit dieses scheiß WhatsApp.

00:38:20: oder was willst du eigentlich bei TikTok?

00:38:22: Das verblödet dich.

00:38:25: Da merke ich immer, wie sehr es denen fehlt.

00:38:27: Ich hatte letztlich einen Vortrag bei der Kinderunion und hab über Spiele geredet auch über digitale Spiele Und danach bin ich überrannt worden von Kindern die mir einfach nur erzählen wollten was sie alle schon erlebt

00:38:40: haben.

00:38:40: Also

00:38:41: ohne irgendwie weil Sie gesehen haben.

00:38:43: da ist eine erwachsene Person die sich damit auskennt.

00:38:47: Die haben tausende von Fragen und Dinge die sie eigentlich interessiert und die sie wissen wollen.

00:38:52: und wo sie nicht wissen An wen kann ich den stellen?

00:38:55: Genau.

00:38:56: Und die landen dann beim Chatbot, das wäre wieder da.

00:39:00: Dann ist das Problem, dass die Antwort nicht so gut sind!

00:39:03: Ja es ist schon komisch also was mich aber ein bisschen nicht wütend, aber man geht immer nur ja wir müssen es verbieten, wir müssen uns den Kindern verbieten.

00:39:14: Aber eigentlich ist das große Übel bei den Erwachsenen.

00:39:18: Das hängt doch Die meisten Sachen kommen doch eher aus der Erwachsenenwelt, die dann irgendwelche Videos oder irgendwelchen Parteien irgendwie was posten.

00:39:31: Da hängen Erwachsene dran und es hängen wieder Erwachsnende dran, die diese Unternehmen führen, die halt ein Algorithmus da reintun.

00:39:40: Und je mehr sich auf Bäumen, desto besser läuft dieses Teil.

00:39:46: Also das ganze Übel kommt eigentlich nur von ... Und das finde ich so

00:39:52: heuchlerisch,

00:39:53: dass sie dann sagen ja aber die Kinder müssen da raus.

00:39:56: Dass man nicht guckt, dass man die Erwachsenen vielleicht auch ein bisschen unter die Lupe nimmt und... Aber das wollen halt die Unternehmen überhaupt nicht!

00:40:07: Schau mal in Kontakt.

00:40:09: oder hast du schon mal mit jemandem geredet auf dem Podium, mit Tiktok Instagram und so.

00:40:16: Dass du direkt jemanden vor dir hattest aus diesen Unternehmen?

00:40:20: Nee, tatsächlich nicht.

00:40:26: Wir haben ja nicht immer viele Antworten

00:40:28: auf

00:40:29: Verbeißen.

00:40:30: Und wir haben jetzt, wir reden ja immer nur über diese ganz bekannten TikTok, Insta, Roblox und Co.

00:40:38: Es gibt mittlerweile schon, das hast du auch gesagt, dass es in Australien irgendwelche Klone gibt die vielleicht besser?

00:40:45: Es sind und es gibt ja auch ich habe das auch schon ausprobiert, wobei ist nicht mein mein meine Plattform die

00:40:53: nie.

00:40:54: Ich weiß gar nicht wie man ausspricht nü zu.

00:40:57: Das ist ja auch ein Social Media für Kinder und WhatsApp sagen wir ja auch immer ah ja es ist nicht so praktisch aber es gibt halt auch keinen der dann sagt ja komm dann machen wir doch mal die Schule Weil wir wissen, dass das nicht so prickelnd ist.

00:41:16: Machen mal die ganze Schulkommunikation über was anderes oder die Vereine.

00:41:20: also es heißt ja immer ich muss da mitmachen weil die anderen sind auch da.

00:41:27: wie siehst du das mit diesen Alternativen?

00:41:32: Es geht immer nur um Verbote aber keine erzählt.

00:41:36: Ja, du kannst aber trotzdem auch woanders hingehen.

00:41:39: Gut bei diesen, bei WhatsApp-Alternativen das ist bekannt, aber bei den anderen Sachen kannst du es mit?

00:41:48: Ja die haben halt tatsächlich nicht so viele Chancen.

00:41:52: also wir haben einfach diese Lock in Effekte.

00:41:54: ich bin da schon und habe doch schon meine Community Ich kann die oft mitnehmen, meine Daten die ich dahinter lassen habe und eben auch eine gewisse Fahrtabhängigkeit.

00:42:05: Wenn man da schon so viel reingesteckt hat dann geht man jetzt nicht irgendwo anders hin.

00:42:10: es gibt ja auch dar Bestrebungen das zu ändern also dass man jetzt eben auf Messenger unabhängig miteinander kommunizieren kann und sowas finde ich sehr wichtig.

00:42:24: meine Daten, die ich dort hinterlasse gehören auch mir und ich kann sie auch mitnehmen wenn ich irgendwie das Netzwerk wechsle.

00:42:30: Die Frage ist halt immer warum sollte ich es wechseln?

00:42:32: Also gibt es wirklich so... viel, was ich irgendwie spüre erlebe.

00:42:37: Dass ich sage, ich gehe da jetzt zu einer Alternative und wie du schon sagst es müssten dann halt wirklich alle machen.

00:42:44: also musste dann wirklich eben sein die ganze die ganze Schule die ganzen Piers alle gehen irgendwie woanders hin scheitert dann oft daran, dass die Dienste doch nicht so gut funktionieren.

00:43:01: Man sich doch schon sehr an irgendwas gewöhnt hat.

00:43:04: Das konnte einen dann nicht so good vor.

00:43:07: Denkt mal drüber nach wie die Leute immer meckern wenn es ein neues Windows gibt und alle erstmal sagen das ist viel richtig kacke.

00:43:14: Das alte war viel viel besser und nach einem halben Jahr ist dann das das Beste und das nächste ist dann wieder richtig kakke.

00:43:24: Über diesen Punkt kommt man halt schlecht hinaus, dass man irgendwie sagt so wir gewöhnen uns jetzt alle irgendwie an irgendwas anderes.

00:43:31: Außer es gibt einen richtigen Grund und das ist dann eben immer wenn so eine neue Plattform aufkommt wie TikTok wo die Jugendlichen gesagt haben hey cool das funktioniert komplett anders.

00:43:39: Das ist mal ein Grund die Plattform zu wechseln.

00:43:42: Da sind keine Erwachsenen erstmal oder wenig Erwachsene das macht Spaß.

00:43:46: Oder ByteDance was es ja erst einmal war.

00:43:49: Ja Ja, das stimmt.

00:43:52: Es wird kompliziert.

00:43:53: Siehst du da irgendwie Lösungen in Sicht?

00:43:56: Weite!

00:44:00: Ich sehe eher die Lösung tatsächlich, dass wir mehr

00:44:04: ...

00:44:05: Wissenschaften.

00:44:07: Also was ich immer gemerkt habe, was wir oft in Projekten auch gar nicht wollten war das wenn wir genug Wissen hinterlassen die Kids manchmal aufhören Plattformen zu nutzen.

00:44:17: also einen Effekt den wir in unseren peer-to-peer Projekte nicht vorher gesehen haben

00:44:22: wo

00:44:23: Jugendliche eben ausgebildet wurden andere Jugendliche im Internet so begleiten, Cyber Mobbing Prävention und so weiter kennt man ja mittlerweile zu genüge.

00:44:32: Und wenn wir ein halbes Jahr mit denen gearbeitet haben, hatten wir immer so zwanzig bis dreißig Prozent.

00:44:38: Die danach aus den Netzwerken rausgegangen sind die gesagt haben ich mag das nicht mehr Ich weiß jetzt so viel drüber was sie mit meinen Daten machen wie dem ich manipulieren.

00:44:49: ich habe da keinen Bock drauf.

00:44:51: und es war so dieses Wir haben uns die ausgesucht weil Sie viele Nutzer waren und weil sie viel mitkriegen was in ihre Weil sie gut sozial vernetzt sind, weil sie eben gute Standing in der Klasse hatten.

00:45:03: Da musste man sich schon auch drauf bewerben und dann genommen werden für diese Projekte.

00:45:08: Und da habe ich aber auch gedacht, so funktioniert es halt hoch!

00:45:14: Weil die natürlich wieder Leute mitnehmen, die sagen... Nein, das machen wir jetzt nicht.

00:45:19: und da habe ich schon erlebt dass dann auch ganze Klassen irgendwie ins Fediverse gewechselt sind.

00:45:23: Weil eben die entscheidenden Anführungszeichen Personen gesagt haben Leute das hier ist Schmahn!

00:45:30: Die manipulieren uns lasst uns was anderes machen.

00:45:34: Cool, ich glaube das ist das wo man irgendwie sagt man sollte jetzt nicht eben oder es ist halt immer das Problem mit Lehrplänen arbeitet in der Schule, da feste Sachen hat bis sich dieser Lehrplan ändert.

00:45:48: Das schon wieder irgendwie schwierig ist und man wieder weit weg ist von dieser Lebensrealität oder eben nicht auf Augenhöhe zeitgemäß mit dem was halt geradein ist an den aktuellen Trends so richtig gut gearbeitet werden kann?

00:46:04: Es gibt... Ja also ich glaube auch Aufklärung ist gut.

00:46:09: was sich dahinter verbirgt, das sehen ja viele nicht.

00:46:13: Aber es gibt auch eine Vertreterin, die Silke Müller ist da ganz vehement und will da ziemlich viel auch verbieten.

00:46:24: Sie war was Direktorin in der Schule aber was ich bei ihr im Vortrag mitbekommen habe sie hat in der Stelle gehabt, wo die Schülerinnen zu ihr kommen können.

00:46:36: Ich glaube sie war das sogar und da hat sich auch wie du eben auch schon gesagt hast bei deinem Vortrag in der Kinder Uni dass kommen wirklich einige hin weil Sie wissen Die kennt sich aus, die weiß worüber sie auch redet.

00:46:50: Sie ist im Internet, hat viel Wissen darüber.

00:46:54: und was auch wichtig ist, sie interessiert sich für die Welt der Kinder und das hast du ja auch in dem Moment gezeigt wo du über digitale Spiele geredet hast.

00:47:04: welche erwachsene Menschen tun das oft?

00:47:10: Das finde ich.

00:47:10: diese Stellen muss es wirklich öfters geben.

00:47:15: Sei's in der Schule, sei's vielleicht in der Büerei oder irgendwie, dass es jemanden gibt, der die Kinder auffängt.

00:47:21: Weil ... gebt ihr da vollkommen recht?

00:47:24: Ich denke auch, dass da einige verloren sind und die Eltern viel ändern können nicht helfen.

00:47:32: Und ja, da sollte man, glaube ich, bevor man dieses Verbot macht, sollte man solche Stellen schon ... initiieren!

00:47:41: Ich bin ja ganz bei dir.

00:47:44: Ich hoffe, dass ich da was tut und ich hoffe, das da auch bald wieder Geld in diese Sachen fließt.

00:47:51: Weil gerade in der Medienpädagogie, das hast du vorhin auch gesagt ... Wir, es wird echt überall gespart!

00:47:57: Gespart!

00:47:58: Dann wundert man sich wie jetzt... Also, das ist nicht zu lachen.

00:48:02: Aber dann wunderten wir uns, dass so viele jugendliche radicalisiert werden?

00:48:07: Ja, mmh.

00:48:09: Also per Brieftaube wird es wohl nicht gehen momentan.

00:48:14: Worüber geht das?

00:48:15: Und ja, also das ist halt mit einem Verbot ist es halt ... Ja.

00:48:20: Nicht

00:48:20: abgeschrieben.

00:48:21: Richtig!

00:48:23: Genau.

00:48:24: Ja, da stimmt.

00:48:25: Katja was würdest du sagen?

00:48:26: sollen wir mal eine Schnellrunde noch machen?

00:48:28: Wir haben ja schon recht spät.

00:48:32: Vielleicht können

00:48:32: wir doch bevor

00:48:33: die Schnellrunde ... Das geht immer schnell.

00:48:34: Ja

00:48:35: aber bevor...

00:48:36: Was würdest Du jetzt älteren Raten.

00:48:40: Was sollen sie machen?

00:48:41: Du hast ja vorhin schon gesagt, dass wir es vielleicht noch mal zusammenfassen.

00:48:46: Wenn die jetzt so ein bisschen ältere Kinder haben gerade so übertritt Grundschule zur weiterführenden Schule da fängt er dann richtig an.

00:48:56: was würdest du ihnen raten?

00:48:58: Was sollen Sie machen?

00:48:59: die Eltern also wenn das digitale Thema so richtig?

00:49:02: Also die anderen haben auch ein Handy ich will

00:49:04: auch eins Die anderen

00:49:05: haben dies Ich

00:49:06: will dieses.

00:49:08: Was rätst du dann den Eltern?

00:49:13: Ja, tatsächlich erst mal eben Interesse zeigen.

00:49:15: Fragen warum willst Du es also?

00:49:17: willst Du's nur weil die anderen das haben?

00:49:19: oder was willst Du damit überhaupt machen?

00:49:22: und wenn wir wissen was Du damit machen willst dann können wir auch gucken, ob das quasi das Richtige für dich ist.

00:49:29: Und was das Richtig für dich isst um das zu erreichen?

00:49:32: Da kann man nämlich manchmal auch Alternativen aufzeigen.

00:49:36: Das Handy wird man da glaube ich

00:49:39: irgendwann

00:49:40: den Kindern schon

00:49:40: geben

00:49:41: müssen.

00:49:42: Was man aber nicht tun sollte, ist ihnen das Handy geben und sagen, dass hast du jetzt damit du mich erreichen kannst.

00:49:47: wenn was ist also nicht das Handy als Schutzengel einführen und sich dann wundern, dass sie sich unsicher fühlen wenn Sie es nicht dabei haben.

00:49:57: Vorbild sein, natürlich immer.

00:50:00: Wichtig eigene Mediennutzung hinter Fragen kombinizieren.

00:50:04: also wenn ich aufs Handy gucke und das fängt tatsächlich früher schon an und meine Kinder dabei sind dann erkläre ich denen was ich gerade mache Und sage ich, ich arbeite gerade noch kurz.

00:50:13: Ich muss da noch schnell eine E-Mail beantworten oder so.

00:50:18: Ich mache jenes das die einfach wissen was was tu' ich denn da grade?

00:50:22: Weil es ist ja so ne Blackbox wenn man nur irgendwie die Rückseite eines digitalen Gerätes sieht Und dann, ja zumindest am Anfang regeln gemeinsam besprechen.

00:50:33: Weniger Regeln?

00:50:35: Aber wichtig!

00:50:36: Nicht geregelt.

00:50:37: hier hast du das digitale Endgerät so.

00:50:39: Ups ich habe vergessen dir zu sagen nachts heißt es übrigens nicht im Zimmer.

00:50:44: Das müssen wir mal vorher besprechen und vorher ausmachen.

00:50:48: Nicht so unglaublich viele filigrane kleingliedrige Regeln sondern wirklich ein paar elementare die für die dann aber hoffentlich auch für alle gelten.

00:50:58: Also so was wie keine digitalen Endgeräte beim Essen gilt, auch für Mama und Papa oder für Mama-Mama und Papa-Papa.

00:51:06: Ja das ist wichtig.

00:51:08: Das muss ich da zuwenden.

00:51:09: Was hältst du von der Bewegung Handy ab vierzehn?

00:51:12: Ganz strikt?

00:51:17: Find' ich nicht.

00:51:21: Ne, geht eigentlich gerade nicht.

00:51:23: Ich sage ... ich bin schon froh, wenn wir sagen Handy ab zehn und wir den Kindern in der Grundschule keine Handys geben.

00:51:30: Und die sind aber ja auch nicht nur für Handy ab vierzehn.

00:51:34: Die sagen ja keine digitalen Medien bis vierzehnt.

00:51:36: Ja!

00:51:37: Und das find' ich zu viel.

00:51:40: Beim Handy wär ich vielleicht sogar noch dabei.

00:51:43: Man wird sagen dass da kann man wirklich drüber nachdenken oder diskutieren grade ein bisschen Nicht realitätsnah.

00:51:52: Keine digitalen Medien bis vierzehn finde ich schwierig.

00:51:56: Das stelle ich mir auch irgendwie komisch vor, also das Welt ist nun mal digital und ähm... Also ich weiß nicht, dann würde ich ein reduziertes Teil kaufen aber sie komplett aus dieser digitalen Welt zu schießen?

00:52:14: Ich weiß es nicht!

00:52:17: Ich lebe es dann vor als Elternteil und das sehen die denn immer.

00:52:22: Aber du musst noch warten bis vierzehn, okay?

00:52:25: Beim Führerschein ist es auch so.

00:52:28: aber also ich glaube da muss man irgendwie einen Mittelweg finden.

00:52:37: Dann machen wir jetzt die Schnellrunde oder?

00:52:41: Wir haben noch sowas ganz kurzes Bildschirmzeit überschätzt oder wichtiger Indikator

00:52:48: Überschätzt.

00:52:52: Handy am Ess-Tisch hatten wir eben schon.

00:52:54: Hatten wir gerade?

00:52:56: Nur noch mal schnell die Mails checken, nein das geht nicht mehr!

00:53:04: Okay, du, wir teilen uns nach und vor der Erweiterführende Schule, ne?

00:53:08: Das

00:53:10: hat man ja auch schon.

00:53:10: Ja, nein!

00:53:13: Tiktok Chance oder Risiko

00:53:16: Beides

00:53:18: Okay, Instagram oder TikTok.

00:53:19: Wer beeinflusst Jugendliche stärker?

00:53:22: Kommt drauf an was sie nutzen und wie viel!

00:53:26: Genau die Dosis macht das Gift.

00:53:30: Welche App würdest du heute sofort vom Markt nehmen?

00:53:42: Fällt mir gerade keiner ein.

00:53:45: Magst auf nichts verzichten.

00:53:48: Nichts, was ich nutze und die anderen kenne ich nicht!

00:53:50: Es gibt sicher welche aber...

00:53:52: Ja bestimmt.

00:53:54: Okay welches digitale Werkzeug begeistert dich aktuell wirklich?

00:54:02: Ich glaube wie so viele Claude.

00:54:09: Was sollten Eltern sofort auffordern zu tun?

00:54:12: Sorry.

00:54:16: Das sage ich nochmal, was sollten Eltern sofort aufhören zu tun?

00:54:21: Wenn sie es tun tatsächlich ständig auf Bildschirme gucken wenn ihre Kinder da sind.

00:54:28: Ja okay und die letzte Frage macht Annette ein Gesetz fürs Internet.

00:54:35: welches wäre das?

00:54:39: Ich mag kein Gesetz fürs Internet, ich mag dass die Gesetze, die wir jetzt haben auch im Internet gelten.

00:54:45: Und das sind die gleichen Regeln und die hätte ich da gerne einfach auch

00:54:50: umgesetzt.

00:54:52: Eigentlich

00:54:52: nicht so schwierig, gell?

00:54:54: Ja doch also ich glaube schon... Es ist etwas

00:54:58: anders, ja

00:54:59: es ist so grenzenlos und du musst dann überwachterst.

00:55:07: Ich finde es schon immer schrecklich, das Urheberrecht zu erklären im Internet.

00:55:12: Ja also überhaupt und Kinder!

00:55:14: Das finde ich schon weil es ist ja wirklich aus der Analogwelt da reingefrachtet worden und das ist ja soweit weg davon... Also alles okay so wie's ist aber es ist sehr umständig zu erklären.

00:55:29: Aber eine Frage hab' ich noch, das is unsere Bonusfrage.

00:55:35: Angelika, du bist ab heute.

00:55:37: Ich habe jetzt in Zauberstabbing die Bildungsministerin.

00:55:40: Wir lösen jetzt die Favoriten

00:55:43: ab

00:55:44: und welche drei Maßnahmen würdest du morgen beschließen damit Kinder sicher und kompetent digital aufwachsen können?

00:55:51: Ich würde tatsächlich mal flächendeckend dieses Fach-Medienkompetenz einführen.

00:55:57: Ich würde das, glaube ich Medien und Lebenskompetenzen nennen.

00:55:59: Oh ja!

00:56:00: Das ist gut.

00:56:00: Und

00:56:01: beides da machen?

00:56:03: Dann würde ich die Lehrerinnen verpflichten ein paar Fortbildungen in diesem Bereich zu besuchen.

00:56:12: Super

00:56:13: damit alle

00:56:13: irgendwie Ahnung

00:56:14: davon haben.

00:56:17: Und das andere hat gar nicht so viel mit digitalen Medien zu tun, aber hat auch was mit Schule zu tun.

00:56:22: Ich würde einführen, dass Grundschüler jedes halbe Jahr eingeschult werden dürfen damit wir auch im Sommer oder im Herbst starten, sondern auch am Sommer ein bisschen entwickelungsgerechter anfangen und somit dann egal welche Bildung auch eben Bildung zu digitalen Themen vielleicht besser auch an der Grundschule schon verorten können.

00:56:47: Ah ja, so ein fixes Modell.

00:56:49: Gibt es schon irgendwo oder ist das deine Erfindung?

00:56:54: Ich glaube in anderen Ländern kann man die Kinder teilweise auch zum Halbjahr einschulen.

00:56:59: Ja,

00:56:59: stimmt.

00:57:01: Das klingt eigentlich logisch.

00:57:06: Typisch wieder Deutsch, alle müssten punktgerecht startfertig sein.

00:57:10: Jetzt müsst ihr fertig sein!

00:57:12: Also jetzt ist Kindergarten vorbei und jetzt seid ihr alle fit für die Grundschule und auf geht's.

00:57:17: Das würde der Bildung allgemein gut schon im Grundschulalter.

00:57:20: Ja das kann ich mir vorstellen.

00:57:22: Sehr gut.

00:57:23: Mensch also wir hätten glaube ich noch ganz viel reden können.

00:57:28: Hast du noch

00:57:29: Fragen an uns?

00:57:32: Aber das sprengt jetzt den Rahmen.

00:57:37: Dann übergebe ich Annette, weil Annette wollte gerne den Schluss machen.

00:57:43: Genau!

00:57:44: Ich mache den Schluss.

00:57:45: Ja, Angelika.

00:57:46: Vielen Dank!

00:57:47: War wirklich total interessant und wir haben es genossen.

00:57:52: Wir haben viel erfahren und ich fand auch nochmal neue Gedanken ganz viele dabei die wir in uns bewegen und ich denke auch hoffentlich auch die Zuhörer, die das jetzt dann hören werden.

00:58:06: ja also vielen dank und ich hoffe wir sehen oder hören uns noch mal so.

00:58:10: vielleicht wer weiß Genau.

00:58:12: Und sehen uns irgendwo, auf jeden Fall alles Gute und vielen

00:58:17: Dank!

00:58:18: Ja ganz vielen Dank.

00:58:20: Danke, dann würde ich dir schönen Ehen... ...und dass die Schule, der Schuleintritt dann wenn es soweit ist schön ist.

00:58:29: Ja?

00:58:30: Und wir sind rastig.

00:58:32: Okay danke Angelika.

00:58:35: Tschau.

00:58:36: Tschüss.

00:58:41: Wenn du Fragen oder Feedback zu dieser Folge hast oder einen Vorschlag für einen neuen interessanten Interviewpartner, dann freue ich mich natürlich mega wenn du mir unter Hallo et Wahrnehmungsmanufaktur.de schreibst.

00:59:02: Schön dass du mit dabei warst!

00:59:04: Bis zum nächsten Mal, ciao deine Katja.

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