Overhead, Atari & KI – Medienmagie à la Frank Findeis
Shownotes
Pixelsuppe – Folge mit Frank Findeis
Thema: Medienpädagogik, analoge und digitale Bildung, Kindheitserinnerungen, Zukunft der Medienarbeit
Einstieg & Vorstellung Annette und Katja begrüßen in dieser Folge ihren Kollegen Frank aus Würzburg. Frank ist Medienpädagoge und Kita-Digital-Coach, unterrichtet an einer Schule und ist mit großer Leidenschaft an allen Fronten der Medienpädagogik unterwegs.
Analoge Technik & Digitales Leben Frank erzählt, dass er trotz seiner digitalen Affinität manchmal analoge Technik vermisst – etwa den Overhead-Projektor, der einfach funktioniert, solange die Birne brennt. Im Gegensatz zu digitalen Geräten, die plötzlich Apps oder Daten „verschwinden“ lassen. Wäre er ein Gerät, sagt Frank, wäre er wohl ein Overhead-Projektor in der analogen Welt und ein Smartphone in der digitalen – praktisch, vielseitig, aber auch manchmal launisch.
Medienbiografische Anfänge Franks erstes technisches Lieblings-Gadget war eine Atari 2600-Konsole, auf der er mit Freunden Space Invaders und Frogger spielte. Später faszinierte ihn der Commodore 64 und der Amiga, mit dem man bereits Videobilder digital mischen konnte – ein Aha-Moment, der ihn zur Medienpädagogik brachte. Sein erstes Handy war ein Nokia-Knochen, später folgte ein Motorola-Smartphone mit starker Kamera – seither dokumentiert Frank leidenschaftlich sein Leben mit Fotos. Vom Kino zur Medienpädagogik Seine Begeisterung für Medien begann im Kino: Schon als Kind liebte er Disney-Filme und wurde vom Kinoerlebnis stark geprägt. Im Studium der Sozialen Arbeit entdeckte er dann, dass man Filme selbst machen kann – mit echten Schnittplätzen, VHS-Kassetten und Kreativität. Ein Ferienprojekt mit Kindern, bei dem sie Science-Fiction-Filme produzierten, wurde zum Startschuss für seine Laufbahn als Medienpädagoge. Lieblingsprojekt: Steinzeit trifft Stop Motion Ein besonderes Herzensprojekt war ein Trickfilmprojekt zur Steinzeit mit Schulkindern. Die Kinder bauten, malten, schnitzten, experimentierten – und setzten das Gelernt in Lego-Trickfilmen um. „Das war wunderbar, weil analoges Tun, Denken und digitales Gestalten sich perfekt verbunden haben“, sagt Frank. Trickfilm & Stop-Motion Frank liebt Stop-Motion- und Trickfilmprojekte. Besonders die App Stop Motion Studio hat es ihm angetan. Er erzählt, wie Kinder mit einfachsten Mitteln großartige Filme erstellen, selbstständig arbeiten und dabei Teamarbeit, Kommunikation und Frustrationstoleranz lernen. „Es geht nicht nur um das Produkt“, sagt er, „sondern um alles, was auf dem Weg dorthin passiert.“ Medienarbeit mit Eltern und Kindern Frank berichtet auch von Elternabenden: Oft begegnet ihm Skepsis gegenüber Medien, doch sobald Eltern erleben, was Kinder durch Medienarbeit lernen, kippt die Haltung. „Wenn Eltern merken, dass Kinder kreativ, konzentriert und gemeinschaftlich arbeiten, verstehen sie, dass Medienpädagogik mehr ist als Knöpfedrücken.“ Kamera als Schlüssel zur Medienbildung Wenn er nur ein digitales Tool behalten dürfte, wäre es das Smartphone wegen der Kamera. Fotografie, sagt er, schärft den Blick – auch bei Kindern. „Mit der Kamera kann man lernen, genauer hinzusehen, Perspektiven zu wechseln und Kreativität zu entdecken – ganz ohne App.“ Über Vorurteile & Medienpädagogik Viele erwarten von Medienpädagog:innen einfache Lösungen – etwa ein „Rezept gegen Spielsucht“. Frank erklärt, dass Medienpädagogik kein Wundermittel ist, sondern ein Prozess: „Es geht nicht darum, Kinder von Medien fernzuhalten, sondern ihnen beizubringen, wie Medien funktionieren.“ Zukunft der Medienpädagogik Medienpädagogik ist heute kein „Nice-to-have“ mehr, sondern Pflicht in jeder Bildungseinrichtung. Mit der Verbreitung von KI und Desinformation wächst die Bedeutung von Medienkompetenz enorm. „Kinder müssen früh lernen, Informationen zu hinterfragen – wie entstehen Inhalte, wer steckt dahinter?“ Handyverbot & Realität Frank sieht Handyverbote kritisch: „Verbote lösen keine Probleme. Kinder brauchen Anleitung, nicht Ausgrenzung.“ Schulen müssten stärker in Medienbildung investieren, statt zu verbieten. Medienkompetenz sei Teil von Bildung – wie Verkehrserziehung. Zukunftsgadgets & Roboter Sein Wunschgerät: ein digitaler Stift, der alles, was er schreibt, automatisch digital speichert – das Beste aus analoger und digitaler Welt. Ein Haushaltsroboter, der sortiert, aufräumt und reduziert, wäre auch nett – aber: „Roboter machen mir ein bisschen Angst.“ Buchtipp Frank empfiehlt das Buch „The Art of Synchro“, das kreative Ideen rund um digitales Basteln und Stromkreise bietet. Natur & Digital Zum Schluss erzählt Frank von seinem Projekt „Natur und Digital“, in dem Kinder in der Umweltstation mit Mikroskopen, Audio-Aufnahmen und Tablets Naturphänomene erforschen – ein perfektes Beispiel für medienpädagogische Balance. Nachtrag & Ausblick In den Shownotes korrigiert Frank, dass der „elektrische Mönch“ nicht aus Per Anhalter durch die Galaxis stammt, sondern aus Douglas Adams’ „Dirk Gentlys holistischem Detektivbüro“. Zum Abschluss wünschen Annette und Katja frohe Weihnachten, Spaß mit Medien, Spielen und Kreativität – ganz im Sinne der Pixelsuppe: „Wir bekommen kein Geld für Werbung – wir erzählen einfach von Dingen, die uns Freude machen.“ 🎄✨
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